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Bild: Adipositas Chirurgie

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Kompetenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie

Fragen zur Adipositas Chirurgie

Was ist Adipositas ?

Adipositas (Fettleibigkeit) ist eine ernstzunehmende Erkrankung, welche gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass am stärksten zunehmende Gesundheitsrisiko weltweit darstellt. Obwohl die meisten Menschen wissen, dass zuviele Pfunde schädlich sind, gibt es immer mehr Menschen mit ernstzunehmendem Übergewicht (besonders besorgniserregend: die steigende Zahl übergewichtiger Kinder). Starkes Übergewicht oder ausgeprägte (morbide) Adipositas ist gesundheitsschädigend und zieht Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzkreislauferkrankung und Diabetes nach sich. Starkes Übergewicht wirkt sich auch auf die Psyche aus. Es entsteht ein negatives Selbstbild und eingeschränktes Selbstbewusstsein. Schweres Übergewicht kann zu sozialer Isolation führen. In Abhängigkeit von der Höhe des Übergewichts ist die Lebenserwartung von adipösen Patienten deutlich verringert.

Um den Ernährungszustand eines Menschen zu objektivieren, ist der sogenannte Body Mass Index (BMI) eine gebräuchliche Methode. Dabei wird das Körpergewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Körpergröße in Metern geteilt.

BMI = Körpergewicht in kg / Körpergröße in m²

Der ideale BMI liegt zwischen 20 und 25. Ein BMI zwischen 25 und 30 bedeutet Übergewicht. Liegt Ihr BMI über 30, sind Sie adipös. Hier beginnt das Risiko für Gesundheitsprobleme, ausgelöst durch Übergewicht.

Mit einem BMI von 35 und mehr sind Sie schwer adipös, also schwer übergewichtig. Sicherlich leiden Sie durch dieses Übergewicht bereits an Folgeerkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes und Schlafapnoe.

Ab einem BMI von über 40 steigt die Sterblichkeit gegenüber einem normalgewichtigem Menschen deutlich an. Daher wird der Adipositasgrad 3 auch als morbide (krankhafte) Adipositas bezeichnet.

Tabelle zum BMI

      BMI  20 -25 kg/m²: Normalgewicht
      BMI > 25 - 30 kg/m²: Übergewicht
      BMI > 30 - 35 kg/m²: Adipositas Grad 1
      BMI > 35 - 40 kg/m²: Adipositas Grad 2
      BMI > 40 kg/m²: Adipositas Grad 3

Beachten Sie bitte, dass die BMI Berechnung so nur für Erwachsene gilt. Für Kinder muss der BMI-Wert noch zum Alter und Geschlecht in Beziehung gebracht werden.

Folgeerkrankungen und Risiken

  • Diabetes mellitus Typ II
  • Gefäßerkrankung und –verkalkung
  • Arteriosklerose
  • Schlaganfall
  • Koronare Herzkrankheit
  • Hypertonie
  • Fettstoffwechselstörung
  • Gallensteinleiden
  • Krebsentwicklung
  • Schlafapnoesyndrom
  • Gelenkerkrankung
  • Hauterkrankung
  • Psychosoziale Folgen

Welche Therapien zur Behandlung der Adipositas setzen wir ein ?

Konservative Therapie

Die konservative Therapie der Adipositaserkrankung sollte zunächst der erste Schritt sein. Dabei reicht es nicht nur weniger zu essen oder Pillen zu schlucken. Sie müssen ein Konzept finden ein gesundes Leben zu führen. Ihr Hausarzt und evtl. auch Ihre Krankenkassen können Sie beraten. Dabei ist es wichtig, dass Sie sich Wissen aneignen und mit Mut und Veränderungskraft Ihre Ernährung verbessern und auch Ihre Bewegung steigern.

Ernährungsberatung

Die Ernährungsberatung muss als Basismassnahme angesehen werden. Dabei muss Ihr Essverhalten analysiert werden und Ernährungsfehler aufgedeckt werden. Somit können dann individuelle Diäten geplant werden.

Sport

Sport ist ein Schlüssel für einen langfristigen Erfolg. Dabei sollen Sie sich nicht quälen, sondern einfach nur Ihre tägliche Bewegung steigern. Ein spezielles Trainingsprogramm, welches individuell angepasst ist, würde den Erfolg einer Gewichtsreduktion natürlich erhöhen.

Verhaltenstherapie

Verschiedene Lebenssituationen führen zu falschen Essverhalten. Fressattacken, Frustessen und andere Formen des falschen Essen bedürfen einer fachgerechten, meistens psychosomatischen Therapie. Hierbei sollten Sie sich einer ambulanten oder auch stationären Therapie unterziehen.

Medikamentöse Therapie

Bisher gibt es noch keine empfehlenswerte medikamentöse Therapie. Die meisten Medikamente sind inzwischen wieder vom Markt genommen, da sie zu viele Nebenwirkungen haben.

Operative Therapie

Beim Versagen aller konservativen, nicht operativen Therapieoptionen, bleiben für bestimmte Patienten chirurgische Maßnahmen zur Behandlung der Adipositas die letzte Möglichkeit. Inzwischen haben zahlreiche Studien nachweisen können, dass die operative Therapie die einzig wirksame Behandlungsform darstellt. Es ist inzwischen bekannt, dass die chirurgische Therapie der Adipositas die Folgeerkrankungen der krankhaften Fettsucht deutlich reduziert. Dazu gehört eine Verbesserung der diabetologischen Stoffwechsellage, des Hypertonus und der Schlafapnoesymptomatik.

Welches der Verfahren für Sie letztlich in Frage kommt, hängt von Ihrer Vorgeschichte, Ihren Essgewohnheiten und verschiedenen anderen Faktoren ab. Das Adipositasteam der Charité wird dies ausführlich mit Ihnen besprechen und Ihnen zu einem für Sie passendes Verfahren raten.

Alle Operatinen werden grundsätzlich minimalinvasiv in laparoskopischer Technik durchgeführt. Somit ist ein großer Bauchschnitt in den wenigsten Fällen erforderlich.

Können die Eingriffe minimalinvasiv ausgeführt werden ?

Alle operativen Eingriffe werden in der Regel minimalinvasiv, d.h. in der so genannten Schlüssellochtechnik (laparoskopisch) durchgeführt. Die laparoskopische Chirurgie ermöglicht eine Reduktion postoperativer Schmerzen und bietet ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Können die Eingriffe minimalinvasiv ausgeführt werden -
welche Behandlungsverfahren wenden wir an ?

Alle operativen Eingriffe werden in der Regel minimalinvasiv, d.h. in der so genannten Schlüssellochtechnik (laparoskopisch) durchgeführt. Die laparoskopische Chirurgie ermöglicht eine Reduktion postoperativer Schmerzen und bietet ein besseres kosmetisches Ergebnis.

Magenschlauch (sleeve gastrectomy)

Der Magenschlauch als alleinige Operation zur Behandlung der Adiositas ist erst seit wenigen Jahren etabliert. Dabei wird ein Großteil des Magens entfernt und es bleibt nur noch ein Schlauch entlang der kleinen Magenkurve als Verbindung zwischen Speiseröhre und Darm erhalten. Es handelt sich dabei um ein restriktives Verfahren. Der Magen verliert einen großen Anteil seiner Speicherkapazität und somit können nur noch kleine Portionen eingenommen werden. Die Schlauchmagen-Operation wird laparoskopisch durchgeführt. Durch die Entfernung des größten Teils des Magens kommt es auch zu Veränderungen bestimmter Hormone (Ghrelin) im Körper. Wie bei allen Operationen kann auch die Sleeve-Gastrektomie zu Komplikationen führen. Dazu gehören ebenfalls die Embolie und Thrombose, Wundheilungsstörungen aber auch Insuffizienzen der Klammernahtreihe. Spezielle Komplikationen sind eine spätere Dilatation des Magenschlauches, was durch wiederholte Diätfehler geschehen kann.
Auch der Magenschlauch muss als Gehhilfe auf dem Weg der Gewichtsreduktion angesehen werden. Nur eine Ernährungsumstellung und sportliche Betätigung in Kombination mit dem Schlauchmagen bringen den gewünschten Erfolg.

Magenbypass (Roux-Y gastric bypass)

Der Magenbypass ist eine der weltweit am häufigsten durchgeführten chirurgischen Maßnahmen. Dabei wird ein Teil des Dünndarmabschnittes umgangen, um so die Resorptionsfläche zu verkleinern. Diese Operation wird mit einer gleichzeitig durchgeführten Magenverkleinerung kombiniert. Der verkleinerte Magen führt zu einer Reduzierung der Mahlzeitmenge. Durch die partielle Trennung der Nahrung von dem Gallensaft und dem Bauchspeicheldrüsensaft während der Dünndarmpassage, steht zur effektiven Verdauung und Aufnahme der verdauten Nahrung weniger resorptive Anteile zur Verfügung, so dass nur noch weniger Nahrung verdaut werden kann. Dieser Eingriff wird ebenfalls laparoskopisch durchgeführt. Dem Patienten muss bewusst sein, dass nach der Operation für den Rest des Lebens bestimmte Vitamine, Eisen, Mineralstoffe und Spurenelemente zusätzlich zur Nahrung aufgenommen werden müssen. Man muss darauf achten, täglich Eiweiß zu sich zunehmen. Des Weiteren müssen bestimmte Vitamine regelmäßig kontrolliert und ggf. ersetzt werden. Die Nahrung muss kalziumreich sein, bei Bedarf muss Kalzium in Tablettenform regelmäßig verabreicht werden.
Auch dieses Verfahren ist nur eine Gehhilfe auf dem Wege des Abnehmens. Der Patient muss sich bei Abnahme des Gewichtes vermehrt bewegen und regelmäßig Sport treiben.

SADI-S (Single Anastomosis Duodenal-Ileal Bypass mit Sleeve)

Der laparoskopische Single Anastomosis Duodenal-Ileal Bypass mit Sleeve (SADI-S) wurde erstmals 2007. Im Laufe der Jahre haben die meisten Studien gezeigt, dass der SADI-S ein sehr wirksames Verfahren zur Gewichtsabnahme und zur Beseitigung von Komorbiditäten im Zusammenhang mit Adipositas ist. Der SADI-S hat sowohl als primärer Eingriff, als auch als Revisionsverfahren nach fehlgeschlagenen früheren Operationen (z.B. Sleeve) gute Ergebnisse gezeigt. Der SADI-S ist sicher minimalinvasiv anwendbar und zeigt sowohl im Kurz- und auch im Langzeitverlauf wie alle bariatrischen Eingriffe nur geringen Komplikationsraten, weshalb er auch von den medizinischen Fachgesellschaften befürwortet wird. Grundsätzlich handelt es sich hierbei einfach beschrieben um einen Schlauchmagen (Sleeve), kombiniert mit einem Dünndarmbypass. Die Gewichtsabnahme nach SADI-S reicht von etwa 20 % EWL in den ersten drei Monaten bis zu fast 100 % nach zwei Jahren in einigen Studien, was mittel- und langfristig bessere Ergebnisse als bei einem Roux-en-Y-Gastric-Bypass (RYGB) oder einem Schlauchmagen (Sleeve) alleine zeigt.  Auch die Ergebnisse in Bezug auf die Nebenerkrankungen wie eine Hyperlipidämie, einen Diabetes oder einen Bluthochdruck sind überzeugend gut. So kann ein Diabetes bis zur vollständigen Rückbildung in 60-80% der Fällte verbessert werden, eine Fettstoffwechselstörung bildet sich in >70% der Fälle zurück, eine Schlafapnoeerkraknung in >80%der Fälle, und der Bluthochdruck wird in >60% kontrolliert, wobei bei >50% der Fälle eine vollständige Remission (Rückbildung) erreicht werden kann. Der SADI-S ist nicht nur als Ersteingriff ein hochwirksames Verfahren, sondern kann auch sehr gut als Revisionsverfahren z.B. nach einer primären Sleeve-Gastrektomie eingesetzt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die SADI-s eine hypoabsorptive Technik ist, die von der technisch deutlich aufwendigeren biliopankreatischen Diversion abgeleitet ist. Sie basiert auf einem ähnlichen Prinzip. Sie ist eine sehr sichere und effektive Alternative zum Sleeve und dem Magenbypass insbesondere für Patientinnen und Patienten mit höheren BMI-Werte oder als Revisionseingriff.

Untersuchungen vor einer Operation

Eine bariatrische Operation ist kein Noteingriff und muss sehr gut vorbereitet sein. Aus diesem Grunde sind folgende Begutachtungen und Untersuchungen wichtig:

  • Untersuchung und Beratung in der Endokrinologie
  • Untersuchung und Beratung in der Psychosomatik
  • Ernährungsberatung bzw. ein min. 6-monatiges konservatives Therpieprogramm
  • eine Magenspiegelung
  • Blutwerte (BB, EL, Alat, Asat, Gerinnung, Ca, Cortisol)
  • evtl. Lungenfunktionsprüfung
  • evtl. Herzultraschall

Antragsstellung

Da die morbide Adipositas eine chronische Erkrankung ist besteht eine Leistungspflicht der Krankenkassen. 
Die Kostenübernahme für einen bariatrischen Eingriff muss jedoch beantragt werden. Bevor Sie einen Antrag stellen müssen entscheidende Punkte erfüllt werden, die für eine erfolgreiche Antragsstellung erforderlich sind. Wir helfen Ihnen selbstverständlich dabei, zumal von uns ein wisssenschaftlich begründetes bariatrisches Fach-Gutachten erstellt wird.

Wie wird eine Operation vorbereitet ?

> Untersuchungen

> Antragstellung

Über unsere Klinik

In unserer Klinik werden jährlich über 100 Patienten aufgrund einer morbiden, also krankhaften Adipositas operiert.

Für eine interdisziplinäre Behandlung unserer Patienten vor, während und nach einer Operation gründeten wir das "Zentrum für Adipositas und metabolische Chirurgie".

Das Zentrum ist zertifiziertes Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie und arbeitet interdisziplinär mit der Klinik für Endokrinologie und der Klinik für Psychosomatik zusammen. Sämtliche therapeutischen Entscheidungen erfolgen im Team. Auch die erforderliche Nachsorge nach adipositaschirurgischen Eingriffen erfolgt über die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten Kliniken.

 
 

Zertifizierungen

Bild: DGAV - Kompetenzzentrum für Adipositas- und Metabolische Chirurgie - 2022

Kompetenzzentrum für Adipositas- und metabolische Chirurgie

Mehr Informationen

 
 

Ihre Ärzte

Bild: Prof. Dr. med. J. Pratschke
Prof. Dr. med. J. Pratschke
Bild: PD Dr. med. Christian Denecke
PD Dr. med.
C. Denecke
Dr. med.
J. Raakow

Fellows

Bild: PD Dr. med. Eva Maria Dobrindt
Dr. med.
E. M. Dobrindt
Bild: Dr. med. Linda Feldbrügge
Dr. med.
L. Feldbrügge

Sprechstunden und Kontakt

Anmeldung

Zu unserer Sprechstunde können Sie sich per Telefon, Fax oder E-Mail anmelden.

Wenn Sie zum ersten Mal bei uns sind, untersucht Sie zunächst einer unserer Oberärztinnen oder Oberärzte, die sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Adipositas Chirurgie spezialisiert haben.

Er oder Sie erfassen Ihre bisherige Krankengeschichte und besprechen mit Ihnen die notwendigen weiteren Untersuchungen, die möglichen Behandlungsmaßnahmen und wie zeitnah diese durchgeführt werden müssen.

Bei einigen Erkrankungen kann die geeignete Therapie bereits beim ersten Besuch festgelegt und entsprechende Termine geplant werden.

Wir haben den Anspruch, dass zwischen Ihrem Erstkontakt und der endgültigen Entscheidung über die geeignete Therapie maximal drei Tage liegen.

Erfassung der Krankengeschichte und Festlegung der Therapie

Wir möchten Sie bitten folgende Unterlagen mitzubringen (falls vorhanden):

  • Nachweis über Diätberatung- und Ernährungsschulung
  • Nachweis von Teilnahme an Selbsthilfegruppen
  • Nachweis über sportliche Aktivitäten
  • Nachweis von Kuren
  • Eine Liste mit den bisherigen Operationen
  • Eine Auflistung Ihrer Medikamente
  • Unterlagen, Briefe, Statement von behandelnden Ärzten (Internisten,
  • Orthopäden, Psychologen. Hausärzten) soweit vorhanden

Im Rahmen der Evaluation in unserem Zentrum werden Sie unserem Psychosomatiker und unserem Endokrinologen vorgestellt. Dieser Prozess kann einige Wochen dauern. Wenn Sie einen eigenen Psychosomatiker oder Endokrinologen haben sollten, dann ist eine Vorstellung in unseren interdisziplinären Abteilungen nicht mehr erforderlich.