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Bild: Lungen- und Brustkorb Chirurgie

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Chirurgie der Lunge und des Brustkorbs

Fragen zur Brustkorb- und Lungenchirurgie

Bei welchen Erkrankungsbildern des Brustkorbs und der Lunge können wir Ihnen helfen ?

  • Abszesse des Brustkorbs, der Lunge und des Mediastinums
  • Bronchiektasen
  • Bronchiogene Zysten
  • Brustkorbtumore (z.B. Sarkome)
  • Hämatothorax
  • Hyperhidrose
  • Kielbrust
  • Lungenemphysem
  • Lungenkarzinom
  • Lungenmetastasen
  • Lungenrundherd
  • Mediastinaltumoren
  • Metastasen
  • Mesotheliom
  • Myasthenia gravis
  • Pericardzysten
  • Pilzerkrankungen der Lunge
  • Pneumothorax
  • Pleuraerguss
  • Pleurakarzinose
  • Pleuraempyem
  • Pleuramesotheliom
  • Rundherd
  • Sarkome der Lunge und der Thoraxwand
  • Thymom
  • Trachealstenose
  • Tracheomalazie
  • Trichterbrust
  • Tuberkulose
  • Weichteiltumore
  • Zwerchfellparese

 

Welche Operationstechniken an Brustkorb und Lunge werden bei uns durchgeführt ?

  1. Bronchoskopie
    1. Mittels Bronchoskopie kann man die Atemwege beurteilen. Sie ermöglicht es aus einem Lungenrundherd oder verschiedenen Lymphknoten eine Probe zu entnehmen. Damit kann geklärt werden, ob ein bösartiger oder gutartiger Tumor vorliegt.
    2. Durch die Bronchoskopie können aber auch Blutungen in den Atemwegen gestillt, Fremdkörper geborgen und die Atemwege gespült werden
    3. Weitere Einsatzmöglichkeiten der Bronchoskopie finden sich in der Lungenvolumenreduktion bei COPD Patienten.

  2. daVinci-Robotersystem
    1. Seit 2003 wird das DaVinci-Robotersystem an der Charité verwendet. Die so gewonnene Expertise ermöglicht es uns eine Vielzahl an thoraxchirurgischen Eingriffe mit dem DaVinci-Roboter durchzuführen.
    2. Bei Eingriffen am Mediastinum wie Beispielsweise die Thymektomie, aber auch Resektionen von anderen mediastinalen Tumoren lassen sich die Vorteile des OP-Roboters einsetzen. Die 3-dimensionale Bildwiedergabe und die Bewegungsfreiheit der Instrumente sind Beispiele für die Vorteile des Systems.
    3. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Lungenresektion. Es können damit Segmente der Lunge sowie Lungenlappen aber auch Lungenflügel anatomisch reseziert werden.
    4. Das minimalinvasive Verfahren ermöglicht es dem Patienten sich rasch nach Operation im gewohnten Ausmaß zu Bewegen und trägt so zu einer schnelleren und schmerzärmeren Genesung bei.
    5. Allen Bewegungen des Roboters werden in Echtzeit von einem dafür ausgebildeten Chirurgen gesteuert. Eine Eigeständige Bewegung kann der Roboter nicht durchführen.

  3. HITHOC
    1. Die Hypertherme Intrathorakale Chemoperfusion, kurz HITOC, steht bislang nur an wenigen Zentren in Deutschland zur Verfügung. Dieses Verfahren erlaubt direkt im Anschluss an eine Operation die Behandlung von bösartigen Neubildungen des Rippenfells (beispielsweise Pleuramesotheliom, Thymusneubildungen) mittels Chemotherapie. Dabei wird ein Chemotherapeutikum auf 42°C erwärmt (hypertherme) und in flüssiger Form in den Brustraum eingebracht. Nach einem festgesetzten Zeitraum wird das Chemotherapeutikum vollständig aus dem Brustkorb ausgespült.
    2. Ziel dieses Verfahrens ist das Abtöten von Tumorzellen.  

  4. Hyperhidrose
    1. Die Hyperhidrose manuum ist eine übermäßig starke Schweissektretion der Hände. Dies führt täglich zu schweren sozialen Einschränkungen (z.B. Händeschütteln) und erschweren alltägliche Abläufe (z.B. Autofahren) erheblich. Üblicherweise wird diese Erkrankung konservativ behandelt. Es gibt jedoch Fälle bei denen ein Therapieerfolg ausbleibt. Diesen Patienten kann eine chirurgische Behandlung angeboten werden. Dafür werden postganglionische Fasern des Nervus sympatikus, die zu den Interkostalnerven führen, unterbrochen. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße und zum lokalen Temperaturanstieg (wärme Hände) sowie zur Verringerung der Schweißproduktion.

  5. Lungenresektion
    1. Im Rahmen einer Operation an der Lunge können Teile des Lungengewebes chirurgisch entfernt werden. Das Ausmaß hängt von der Ausdehnung der Lungenerkrankung ab und richtet sich nach den funktionellen Reserven (Lungenfunktion) des Patienten.
    2. Beispielsweise können Lungenabschnitte entfernt werden, die von einem Lungenkarzinom oder Metastasen anderer Tumore befallen sind. Eine Segmentresektion ist eine anatomische Resektion, bei der isoliert die Arterie, die Vene und der Bronchus durchtrennt werden. Segmentresektionen werden vor allem dann erwogen, wenn eine verminderte Lungenfunktion vorliegt und nur eine eingeschränkte Resektion möglich ist.
    3. Lungenlappen werden im Allgemeinen dann reseziert, wenn es gilt, ein Lungenkarzinom zu entfernen. Dabei gibt die anatomische Resektion des Lungenlappens die größte mögliche Aussicht auf eine Kurration (Heilung).
    4. Die Entfernung eines gesamten Lungenlappens wird dann nötig, wenn der Tumor reseziert werden muss, der sich im Bereich des Lungenhilus (Lungenwurzel) befindet und keine andere Chirurgische Option besteht Lungensparend vorzugehen.

  6. Lymphknotendissektion
    1. Lymphknoten sind „Knotenpunkte“ des lymphatischen Systems. Das lymphatische System hat unterschiedliche Aufgaben. Eine der wichtigsten ist die Organisation des menschlichen Immunsystems. So wandern Immunzellen, welche nach körperfremden Zellen, etwa Bakterien, aber auch Krebszellen und fremden Antigenen suchen innerhalb des lymphatischen Systems. Im Rahmen der Operation bei einem Lungenkarzinom oder bei pulmonalen Metastasen wird in der Regel eine systematische Lymphknotenentfernung durchgeführt. Dabei werden alle Lymphknoten entlang der Luftröhre sowie am Lungenhilus entnommen und durch den Pathologen auf Krebszellen untersucht. Ziel dabei ist es festzustellen, ob sich bereits Tumorzellen in die Lymphknoten abgesiedelt haben. Dies entscheidet über die weitere Therapie.
    2.  Es gibt auch Erkrankungen, die sich durch Anschwellen regionaler Lymphknoten bemerkbar machen. Um die Art der Erkrankung festzustellen, kann dafür eine gezielte Lymphknotenprobe gewonnen werden. Dies wird besonders dann erwogen, wenn die Alternativen Methoden wie z.B. die Bronchoskopie oder die CT-gestützte Punktion keine Anwendungsmöglichkeit bieten, oder erfolglos geblieben sind.

  7. Mediastinoskopie
    1. Die Mediastinoskopie ist eine Möglichkeit, um zu diagnostischen Zwecken Gewebe aus dem Mediastinum zu entnehmen. Meistens handelt es sich dabei um Tumorgewebe oder Lymphknoten, die sich vor und neben der Luftröhre oder unterhalb der Luftröhrenaufteilung befinden. Eine Mediastinoskopie kann nötig werden, wenn zum Beispiel durch eine Bronchoskopie nicht genügend Gewebe gewonnen werden konnte, um eine Diagnose, etwa Lungenkrebs, zweifelsfrei zu klären.
    2. Bei einer Mediastinoskopie wird der Mittelfellraum gespiegelt. Dazu wird in Narkose über einen kleinen Schnitt oberhalb des Brustbeins eine Kamera unmittelbar über der Luftröhre (Trachea) eingeführt. Der Eingriff ist nicht zu verwechseln mit einem Luftröhrenschnitt (Tracheotomie), bei dem die Luftröhre eröffnet wird. Mittels Kamera und spezieller Instrumente werden bei einer Mediastinoskopie vorsichtig bestimmte Lymphknoten neben der Luftröhre präpariert und Gewebeproben entnommen.

  8. Minimalinvasive Thoraxchirurgie
    1. Die minimalinvasive Chirurgie bedeutet für den Patienten eine schonende OP Methode bei der die Zugangswege in den Brustkorb klein gehalten werden. Dies führt postoperativ zu einer schnelleren Wundheilung, Belastbarkeit des Patienten und einer geringeren Schmerzsymptomatik. Vertreter dieser OP-Technik sind die uVATS uniportale video-assistierte Thorakoskopie) und die rVATS roboter-assistierte Thorakoskopie.

  9. Pleurapunktion
    1. Wenn sich Flüssigkeit um die Lunge herum angesammelt hat (Pleuraerguss), kann der Arzt mit einer dünnen Nadel unter örtlicher Betäubung eine Probe entnehmen. Die Flüssigkeit wird dann auf ihre Zusammensetzung und auf eine mögliche Ursache untersucht. Besteht durch die angesammelte Flüssigkeit eine zunehmende Luftnot, kann die Flüssigkeit durch die Pleurapunktion entfernt werden, damit sich die Lunge wieder besser ausdehnen kann. Falls die Pleurapunktion aufgrund von regelmäßig auftretendem Pleuraerguss mehrfach notwendig wird, kann eine minimal-invasive Operation mit Verklebung (Talkumpleurodese) zur Besserung der Beschwerden sowie zur Klärung der Ursache angeboten werden.

  10. Pleurodese
    1. Im Falle einer immer wieder auftretenden Bildung von Flüssigkeit um die Lunge (Pleuraerguss), beispielsweise durch eine Krebserkrankung, kann eine Pleurodese Abhilfe schaffen. Hierbei wird in einer minimal-invasiven OP-Technik z.B. Talkumpuder zwischen die Schichten der Pleura gesprüht. Dies führt zu einer leichten Entzündungsreaktion, infolge derer beide Schichten miteinander verkleben und die Bildung von Flüssigkeit reduziert wird.

  11. Sternotomie
    1. Die Sternotomie ist ein Zugangsweg zum Mediastinum und wird am häufigsten in der Herzchirurgie (z.B. Bypass-OP) oder in der Thoraxchirurgie zur operativen Behandlung von mediastinalen Tumoren verwendet. Vorab wird geprüft ob die Operation in minimalinvaiver Technik ausgeführt werden kann, wenn dies nicht der Fall ist wird die Sternotomie angewandt. Dabei wird das Brustbein längst gespalten und leicht zur Seite gedrückt. In der Regel wird der Eingriff sehr gut vertragen und bereitet nach der Operation keine großen Schmerzen. Bedenken gegenüber einer Sternotomie sind daher nicht begründet.

  12. Thorakotomie
    1. Die Thorakotomie ist der klassische operative Zugangsweg in den Brustkorb (Thorax) über einen 10-15 cm langen Schnitt an der Seite zwischen der vierten und fünften Rippe. Anschließend können die Rippen auseinander gedehnt werden, um Lunge, Zwerchfell, Luftröhre und Speiseröhre gut zu erreichen. Die Thorakotomie ist bei komplexen Verhältnissen im Brustkorb nach wie vor der beste und sicherste Operationsweg.

  13. Thoraxdrainage und PleurX-Drainge
    1. Eine Thoraxdrainage ist ein Schlauch aus Silikon, der über einen kleinen Hautschnitt in den Brustkorb eingelegt wird. Notwendig wird eine Thoraxdrainage, wenn sich Luft (Pneumothorax) oder Flüssigkeit (Serothorax/Hämatothorax) im Brustkorb befindet, die die Lunge daran hindert, sich auszudehnen. Über die Drainage wird die Luft entfernt und die Lunge kann sich wieder gut entfalten.
    2. Bei wiederholt nachlaufendem, meist malignem Pleuraerguss, und fehlender Möglichkeit einer sogenannten Pleurodese, kann die Einlage einer weichen Dauerdrainage in den Thorax nötig sein (sog. Pleurix-Katheter). Diese wird 5 bis 7 cm im Fettgewebe unter der Haut getunnelt und um das Zwerchfell eingelegt. Die Dauerdrainage kann wasserdicht verbunden werden und bei guter Pflege über viele Wochen und Monate im Körper verbleiben. Der Anschluss der Drainage an das Auffangbehältnis kann nach kurzer Schulung selbstständig zu Hause durchgeführt und solange belassen werden, bis das Nachlaufen des Ergusses stoppt. Die Dauerdrainage kann jederzeit in Lokalanästhesie ambulant entfernt werden. 

  14. Thoraxfenster
    1. Das Thoraxfenster (Synonym: Thorakostoma) ist ein permanenter Zugang zum Brustraum über eine chirurgisch angelegte Öffnung der Brustwand. Es wird zur Therapie einer ausgeprägten Brusthöhlenvereiterung (Pleuraempyem) oder bei einer Bronchusstumpfinsuffizienz angelegt. Dazu werden in der Regel auf Höhe der Eiterhöhle zwei Rippenanteile über eine Länge von ca. 10 cm aus der betroffenen Brustwandhälfte entfernt. Die Haut wird mit der innersten Schicht der Brustwand vernäht, so dass die Wundhöhle täglich problemlos gespült werden kann.
    2. Bei guter Pflege kann ein Thoraxfenster bei Bedarf über einen langen Zeitraum erhalten werden, bis die Entzündung vollständig behandelt wurde. Das Thoraxfenster kann jederzeit wieder operativ verschlossen werden.

  15. Tracheostomie
    1. Bei der Tracheotomie, auch Luftröhrenschnitt genannt, wird unterhalb des Kehlkopfes eine dauerhafte Verbindung zwischen Außenwelt und Luftröhre (Trachea) geschaffen. Gründe für die Anlage dieser Verbindung, eines sogenannten Tracheostomas, können eine längere Beatmungsdauer, Erkrankungen der Stimmbänder oder Verletzungen der Stimmbandnerven sein.
    2. Eine Tracheotomie bietet im Vergleich zu einem Tubus (Beatmungsschlauch) viele Vorteile. Sollte ein Tracheostoma nicht mehr benötigt werden, kann es durch eine kurze Operation jederzeit wieder verschlossen werden.

  16. Trichterbrustkorrektur
    1. Die Therapie der Wahl bei einer Trichterbrust (Pectus excavatum) ist die Korrektur der Deformität durch Einbringen eines Metallbügels. Nachdem der Bügel die Brustwand von innen ca. 2-3 Jahre angehoben hat, und der Brustkorb Zeit hatte sich in dieser Form zu verfestigen, kann er operativ wieder entfernt werden.
    2. Mittels  minimal-invasiver Operationstechnik kann durch Einbringen eines Metallbügels der Brustkorb für einen Zeitraum von 2-3 Jahren angehoben werden, um die Trichterbrust dauerhaft zu korrigieren. (sog. NUSS-Technik.

  17. Zwerchfellplastik
    1. Bei einer operativen Zwerchfellraffung wird der erschlaffte Anteil des Zwerchfells mit Hilfe von Nähten soweit gestrafft, dass sich das Zwerchfell wieder absenken und die Lunge besser ausdehnen kann. Hierdurch kann die Lungenfunktion und somit die Belastbarkeit des Betroffenen deutlich verbessert werden. Dieser Eingriff wird heutzutage überwiegend minimalinvasiv durchgeführt.

Welche gutartigen Erkrankungen der Lunge werden bei uns operiert ?

Pneumothorax

Ein Pneumothorax ist definiert als Luftansammlung im Pleuraspalt, welche einen Kollaps der Lunge zur Folge haben kann. Eine häufige Ursache ist eine Lungenfistel auf Basis einer blasigen Lungengewebsveränderung (Bulla). Dadurch ist die Atmung deutlich beeinträchtigt. Häufig sind junge Männer (18-30 Jahre) betroffen. Rauchen ist in 12 % der Fälle ursächlich.

Wie macht sich der Pneumothorax bemerkbar:

  • plötzliche Atemnot
  • Hustenanfall
  • Brustschmerzen

 
Bei solchen Symptomen ist eine umgehende Vorstellung in der Rettungsstelle notwendig. Hier wird in aller Regel ein Röntgenbild des Brustkorbes angefertigt. Bei Bestätigung der Verdachtsdiagnose wird eine Thoraxdrainage gelegt und die stationäre Aufnahme eingeleitet. In der Regel wird bei einem Erstereignis eine konservative Therapie eingeleitet. Besteht weiterhin eine Lungenfistel, dann wird auch bei einem Erstereignis eine Operation empfohlen. Wenn ein Pneumothorax zum wiederholten Mal auftritt wird ebenfalls eine operative Therapie empfohlen.

Zur Operationstechnik wird bei uns das minimal-invasive Verfahren (Uniportale VATS) angewendet. Dabei wird die gesamte Operation über einen einzigen sehr kleinen Schnitt durchgeführt. Die operative Strategie beinhaltet die Pleurektomie (Entfernung des Rippenfells) und ggf. Lungenspitzenresektion.

Die postoperative Betreuung erfolgt über unsere Thoraxsprechstunde.

Entzündliche Erkrankungen der Lunge (Empyem)

Das Pleuraempyem ist eine Eiteransammlung in der Pleurahöhle. Meistens ist eine länger bestehende bakterielle Entzündung der Lunge die Ursache. Aber auch systemische Erkrankungen aus dem rheumatoiden Formenkreis sowie Stoffwechselerkrankungen und vorrangegangene Operationen am Brustkorb können zu einem Pleuraempyem führen. Die Diagnose wird durch eine Computertomographie sowie eine Probengewinnung durch Punktion gestellt.

Die Therapie basiert auf einem konservativen (Antibiotikatherapie, Thoraxdrainage, ggs. Fibrinolyse) und einen operativen Teil (Dekortikation). Die Entscheidung zur operativen Versorgung (Konventionell oder minimal-invasiv) wird unter Berücksichtigung der Ursache des Empyems, dem Empyemstadium und des Zustandes des Patienten getroffen.

Welche bösartigen Erkrankungen der Lunge werden bei uns operiert ?

Lungenkarzinom

Das Lungenkarzinom ist bei Männern die häufigste bösartige Erkrankung und stellt die zweithäufigste malignombedingte Todesursache dar. In 80% der Fälle ist Rauchen als ursächlich anzusehen. Ca. 80% der Lungenkarzinome sind nichtkleinzellige Lungenkarzinome. Bei knapp 2/3 der Patienten liegt bereits bei Erstdiagnose ein fortgeschrittenes Stadium vor. Für die Patienten, bei denen ein operatives Vorgehen in Frage kommt, gibt es die Möglichkeit der konventionellen Chirurgie, aber zunehmend stehen auch minimal-invasive Verfahren zur Verfügung.

In unserer Klinik verfolgen wir zur bestmöglichen Nutzung aller diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten das Konzept des multidisziplinären Behandlungskonzeptes. In dieses Konzept fliesen die Erfahrungen aus der Thoraxchirurgie, Pneumologie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie ein. Diesbezüglich werden die Patientenfälle in der interdisziplinären Lungentumorkonferenz mit den Fachvertretern der entsprechenden Kliniken und Institute besprochen und das Therapiekonzept individuell, entsprechend der internationalen Leitlinien, festgelegt. Wichtig ist uns dabei, die zuweisenden Kollegen in das Behandlungskonzept einzubinden und die, wenn realisierbar, heimatnahe Vor- und Nachbehandlung zu ermöglichen.

Präoperativ sind folgende Diagnostik und Staginguntersuchungen beim Lungenkarzinom notwendig:

  • Laboruntersuchung
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Bronchoskopie mit EBUS
  • Computertomographie der Lunge mit Kontrastmittel
  • MRT des Schädels
  • Sonographie des Bauches
  • Knochenszintigraphie
  • PET-CT (nach histologischer Sicherung)

 
Die operative Therapie des Lungenkarzinoms besteht aus der Resektion des jeweiligen Lungenlappens mit Entfernung der relevanten Lymphknotenstationen. Je nach Lokalisation des Tumors kann es notwendig werden, die Operation zu erweitern und Teile des benachbarten Lappens zu entfernen oder eine Ausweitung der Resektion auf den linken oder rechten Luftröhrenhauptast. Bei Patienten, die über eine nur sehr eingeschränkte Lungenfunktion verfügen, kann es sinnvoll sein, nur einen Teil des Lungelappens zu entfernen (Segmentresektion).

Zur Operationstechnik werden bei uns folgende Methoden angeboten:

  • konventionelle, offene Verfahren (Thorakotomie)
  • minimal-invasive Verfahren (Uniportale VATS)

Lungenmetastasen

Die Lunge ist ein Ort, an dem Absiedlungen von Tumoren aus anderen Organen häufig vorkommen können. Die Mehrzahl dieser Rundherde liegen peripher und sind symptomarm. Eine Luftröhrenhauptastbeteiligung ist selten und kann zu Husten mit Blutbeimengungen führen.
In unserer Klinik verfolgen wir zur bestmöglichen Nutzung aller diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten das Konzept des multidisziplinären Behandlungskonzeptes. Diesbezüglich werden die Patientenfälle in einer interdisziplinären Tumorkonferenz mit den Fachvertretern der entsprechenden Kliniken und Institute besprochen und das Therapiekonzept individuell, entsprechend der internationalen Leitlinien, festgelegt. Wichtig ist uns dabei, die zuweisenden Kollegen in das Behandlungskonzept einzubinden und die, wenn realisierbar, heimatnahe Vor- und Nachbehandlung zu ermöglichen.

Präoperativ sind folgende Diagnostik und Staginguntersuchungen bei Lungenmetastasen notwendig:

  • Laboruntersuchung
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Computertomographie der Lunge mit Kontrastmittel

 
Die thoraxchirurgische Therapie der Lungenmetastasen hängt von folgenden prognostischen Faktoren ab: 

  • Anzahl und Lokalisation der Lungenmetastasen
  • Art des Ursprungstumors
  • Allgemeinzustand des Patienten

 
Bei peripheren Lungenmetastasen wird in der Regel die atypische Lungenresektion durchgeführt. Abhängig von Lokalisation und Größe der Metastase kann die Operation bis zur Segmentresektion oder Lobektomie erweitert werden.

Zur Operationstechnik werden bei uns folgende Methoden angeboten:

  • konventionelle, offene Verfahren (Thorakotomie)
  • minimal-invasive Verfahren (Uniportale VATS)

Werden Erkrankungen des Mittelfells (Mediastinum) bei uns operiert ?

Erkrankungen des Thymus

Myasthenia gravis und Thymome

Die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung. Antikörper richten sich gegen Oberflächenproteine (Acetylcholinrezeptoren, MuSK, Titin, LRP4) von Muskelzellen und bewirken eine belastungsinduzierte Muskelschwäche der Willkürmuskulatur. Neben der neurologischen Therapie stellt die chirurgische Resektion der Thymusdrüse und das sie umgebende Fettgewebe eine Säule der Therapieoptionen dar.

Essenziell für den Erfolg der Thymektomie und die damit erwartete Besserung der Myasthenie ist die komplette Entfernung der Thymusdrüse. Seit dem Jahr 2003 wird diese Operation mit dem da Vinci-Robotersystem durchgeführt. Bisher wurden in unserer Klinik weit über 500 Patienten mit dieser Methode operiert.

Für Patienten mit einem großen Thymom, welches nicht mehr minimal-invasiv operativ versorgt werden kann, ist die offene Operation mit einer Sternotomie (Eröffnung des Brustkorbes am Brustbein) immer noch das adäquate Verfahren.

Als durch die deutsche Myastheniegesellschaft zertifiziertes Myastheniezentrum werden unsere Patienten interdisziplinär behandelt.

Welche Erkrankungen der Pleura werden bei uns operiert ?

Mesotheliom

Das Mesotheliom ist eine bösartige Neubildung der Pleura, wobei die Assoziation mit Asbest nachgewiesen ist. Im Frühstadium ist es meistens asymptomatisch. Die Therapiemöglichkeiten sind von der Ausbreitung des Tumors abhängig. Es gibt unterschiedliche Therapiemodelle, die die konservativen (Chemotherapie, Strahlentherapie und Talkumpleurodes) und operative (komplette Tumorentfernung, Tumordebulking und HITOC) Aspekte beinhalten.

Mit dem HITOC-Verfahren bietet unsere Klinik auch im Fall einer Pleurakarzinose eine Therapieoption an. Hierbei wird am Ende der Operation der Brustkorb mit einer warmen Chemotherapielösung gespült.

Bösartiger Pleuraerguß

Bösartige Tumorerkrankungen, die die Lunge selbst oder die Lungenhaut betreffen oder die in enger Nachbarschaft zum Pleuraraum liegen, können einen vermehrte Wasseransammlung in der Lungenhöhle zu Folge haben. Mit zunehmender Ergußmenge wird die Atmung vermehrt eingeschränkt. Eine Punktion oder eine Drainage bieten als Erstmaßnahme eine sofortige Ergußentlastung und damit eine Verbesserung der Atmung. Durch Gewinnung von Ergußmaterial kann die Charakteristik des Ergusses festgestellt werden. Eine einmalige Entlastung ist nicht therapeutisch, da diese Ergüsse meistens erneut auftreten. Es bestehen zwei standardisierte Therapien. Einerseits die Anlage einer dauerhaften Drainage (PleurX-Drainage). Die andere Möglichkeit ist die Verklebung (Pleurodese) der Lunge mit der inneren Auskleidung des Pleuraraumes. Beide Optionen sind eine sinnvolle und Lebensqualität verbessernde Maßnahme. Für welchen Patienten welches Verfahren geeignet ist, muss individuell besprochen werden.

Werden Thoraxdeformitäten bei uns operiert ?

Trichterbrust

Die Einwölbung des Brustbeines mit eine möglicherweise Verwölbung der Rippen wird als Pectus excavatum oder Trichterbrust bezeichnet. Je nach Ausprägung (Haller-Index >3,25) kann die Atmung und die Herzaktion unter körperlicher Belastung beeinträchtigt sein. Meistens sind die Patienten durch die psychosoziale Belastung mehr beeinträchtigt.

Eine Operationsindikation für die Trichterbrust besteht, wenn 3 Kriterien erfüllt sind:

  • Haller-Index > 3,25
  • Lungenfunktion < 85%
  • Herzkompression
  • belastungsabhängige Symptomatik
  • psychosoziale Belastung
  • Zunahme der Deformität

Die Korrektur erfolgt durch die Implantation von einem oder mehreren Metallstäben. Diese werden an unserer Klinik mittels offener Technik oder minimal-invasiv (Nuss-OP) durchgeführt.

Kann die Brustkorb - und Lungen Chirurgie auch laparoskopisch ausgeführt werden ?

Die komplexe Therapie von Lungenkarzinom und Lungenmetastasen gehört neben der mediastinalen Chirurgie zu den Schwerpunkten des Zentrums für Thoraxchirurgie. Moderne minimalinvasive Operationen über einen einzigen kleinen Schnitt (Uni portale videoassistierte thorakoskopische Chirurgie) oder in roboter- assistierter Technik wurden an der Charité teilweise mit entwickelt und sind inzwischen etabliert. Für die notwendige radikale Entfernung mediastinaler Tumore oder der Thymusdrüse bei der Muskelschwäche- Erkrankung Myasthenia gravis ist durch die roboter-assistierte Operationstechnik in vielen Fällen eine Brustbeindurchtrennung (Sternotomie) nicht mehr notwendig.

Über unsere Klinik

Die lange Tradition der Thoraxchirurgie an der Charité ist eng verbunden mit dem Wirken von Prof. Ferdinand Sauerbruch. Die historische Verbindung von Innovation und Patientenfürsorge findet im Zentrum für Thoraxchirurgie der Charité ihre Fortsetzung.

Aktuell werden mehr als 700 thoraxchirurgische Operationen jährlich im Zentrum durchgeführt. Dabei stehen neben den traditionellen Verfahren alle modernen Operationstechniken zur Verfügung.

Bei Notwendigkeit werden erweiterte Operationen in interdisziplinärer Kooperation vorgenommen. Beispiele hierfür sind Operationen mit den Kollegen des universitären Herzzentrums (UHZB), des musculo-skelettalen Zentrums, der Kinderklinik oder der Klinik für Neurochirurgie der Charité.

Außerdem ist die Charité ein Zentrum für die zusätzliche Anwendung einer hyperthermen Chemotherapie-Spülung der Brust- oder Bauchhöhle während einer Operation bei speziellen fortgeschrittenen Tumoren (HITHOC / HIPEC). Erweiterte Konzepte für Operationen der Lungenvolumenreduktion bei Patienten mit Lungenemphysem und COPD oder für Operationen an den zentralen Atemwegen schließen auch die Anwendung von Lungenersatzverfahren (eECMO) ein.

Alle Operationen sind in ein multimodales ERAS (Enhanced Recovery After Surgery) Programm integriert, um die Stressreaktion durch die Belastung der Operation zu verringern, die Genesung der Patientin zu verbessern und postoperative allgemeine Komplikationen zu reduzieren. Unser Team übernimmt sehr gern ihre Behandlung und steht Ihnen auch für weitere Fragen zur Verfügung.

 

 

Zertifizierungen

Bild: 2025 DKG -  Lungentumorzentrum im Charite Comprehensive Cancer Center

DKG - Lungentumorzentrum im Charité Comprehensive Cancer Center

Mehr Informationen

 

Ihre Ärzte

Bild: Prof. Dr. med. J. Pratschke
Prof. Dr. med. J. Pratschke
Prof. Dr. med.
J.-C. Rückert
Bild: Prof. Dr. med. Jens Neudecker
Prof. Dr. med.
J. Neudecker
Bild: Aron Elsner
Aron Elsner
 

Fellows

Dr. med.
J. Strauchmann
Bild: Dr. med. univ. Tomasz Dziodzio
Dr. med.
T. Dziodzio

Sprechstunden und Kontakt

Sehr geehrte Patientinnen, sehr geehrte Patienten,

Zu unserer Sprechstunde können Sie sich per Telefon, Fax oder E-Mail anmelden.

Im Rahmen einer Erstvorstellung werden Sie zunächst von einem unserer  Fach- und Oberärzte gesehen, die sich auf die Behandlung von Lunge und Brustkorb spezialisiert haben.

Im Rahmen dieses Gespräches erfolgt die Erfassung der bisherigen Krankengeschichte sowie die Schilderung möglicher weiterer diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen.

Eine Festlegung der geeigneten Therapie erfolgt bei einigen Erkrankungen umgehend im Rahmen der Erstvorstellung. Meist ist allerdings die Demonstration bereits auswärtig durchgeführter Röntgen-Diagnostik und interdisziplinäre Diskussion im Rahmen einer Tumorkonferenz notwendig.

Unserem eigenen Anspruch entsprechend vergeht von Erstkontakt bis zur definitiven Therapieentscheidung weniger als 1 Woche.

Erfassung der Krankengeschichte und Festlegung der Therapie

Wir würden Sie bitten, Unterlagen und Befunde von ggfs. bereits auswärtig durchgeführten Untersuchungen zu diesem Termin mitzubringen. Insbesondere bei bereits auswärtig erfolgter Röntgen-Diagnostik (CT/MRT) würden wir Sie bitten, uns die Bilder in Form einer CD oder von Ausdrucken kurzeitig zu überlassen, so dass wir diese in unser hauseigenes Röntgen-System einspielen und entsprechend bewerten können.

Neben der Möglichkeit zur ambulanten Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde können Sie sich selbstverständlich auch gerne postalisch oder telefonisch an unser Sekretariat wenden. Eine Zusendung einer CD mit der Röntgen-Bildgebung kann ein unkomplizierter erster Schritt noch vor einer persönlichen Vorstellung in der Spezialsprechstunde sein. Insbesondere bei Patienten aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland kann dies unnötige Reisestrapazen ersparen.
 
Wir werden uns dann umgehend um Ihre Anfrage kümmern und Sie telefonisch über noch ausstehende Untersuchungsbefunde bzw.weiter erforderliche diagnostische oder therapeutische Maßnahmen informieren.

Nach Zusammenstellung aller Befunde bzw. Organisation und Durchführung noch ausstehender Diagnostik erstellen wir dann gemeinsam mit erkrankungsspezifischen Spezialisten aus weiteren Fachdisziplinen unserer Klinik eine für Sie individuelle Behandlungsempfehlung. Gerne beraten wir Sie dabei auch bezüglich der erforderlichen zeitlichen Dringlichkeit der geplanten weiteren Behandlungsmaßnahmen.