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Bild: OP-Szene

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Operationen an der Bauchspeicheldrüse (Pankreaschirurgie)

Interview mit PD Dr. med. Thomas Malinka - Bereichsleitung Pankreaschirurgie

Fragen zur Bauchspeicheldrüse und zur Behandlung

Wie behandeln wir Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse?

Chirurgische Entfernung der Bauchspeicheldrüse oder einzelner Teile (Resektion)

Eine Resektion ist vor allem bei Krebs, im Einzelfall auch bei zystischen Wucherungen und chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung erforderlich. Wir wenden moderne Operationsmethoden an, bei denen die gesunden Teile der Bauchspeicheldrüse und ihrer Umgebung so weit wie möglich erhalten bleiben. Ein Teil der Eingriffe kann minimal-invasiv, also in Form der schonenden Schlüsselloch-Technik, durchgeführt werden, sodass ein offener Bauchschnitt entfällt. Ein beschwerdefreies Leben ist anschließend in vielen Fällen möglich, wenn Ernährungsregeln eingehalten werden. Nach einer Totalentfernung sind die Patienten allerdings Diabetiker und benötigen lebenslang Insulin-Injektionen und Enzym-Tabletten.

Ableitende Verfahren (Drainage)

Große Zysten der Bauchspeicheldrüse, die gegen andere Organe drücken oder den Nahrungstransport behindern, können durch spezielle Operationsverfahren deutlich verkleinert werden, indem die Zystenflüssigkeit fortwährend in den Dünndarm abgeleitet wird. Viele Patienten werden dadurch dauerhaft schmerzfrei und haben keine Beschwerden mehr. Auch diesen Eingriff führen wir in der Regel in minimal-invasiver Schlüsselloch-Technik durch.

Welche Operationen an der Bauchspeicheldrüse führen wir durch?

Resezierende Operationsverfahren:

  • Pankreaskopfresektion nach Kausch-Whipple:

Bei der klassischen Operation nach Kausch-Whipple wird der Pankreaskopf, das Duodenum, der distale Gallengang inklusive der Gallenblase sowie ein Drittel des Magens entfernt. Die Rekonstruktion des Gallenganges erfolgt über eine sog. Hepatikojejunostomie (Verbindung der Leber mit dem Dünndarm), das Restpankreas wird über eine Pankreatikojejunostomie (Verbindung der Bauchspeicheldrüse mit dem Dünndarm), der Magen über eine Gastrojejunostomie (Verbindung des Magens mit dem Dünndarm) rekonstruiert.
Diese Operation wird bei Tumorerkrankungen des Pankreaskopfes sowie bei der chronischen Pankreatitis angewendet. 

  • Pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion:

Erstmals wurde 1942 durch den englischen Chirurgen Kenneth Watson eine pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion (PPPD) durchgeführt. Der Unterschied zur klassischen Pankreaskopfresektion nach Kausch-Whipple besteht darin, daß auf die teilweise Entfernung des Magens verzichtet werden kann. Der Vorteil liegt hierbei im Erhalt der physiologischen Magenentleerung durch den Erhalt der Magenpförtnerfunktion. Dieses Verfahren hat sich in den letzten Jahren als gleichwertiges Resektionsverfahren neben der klassischen Kausch-Whipple-Operation etabliert. Die pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion wird bei Tumorerkrankungen des Bauchspeicheldrüsenkopfes sowie bei der chronischen Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) durchgeführt. Verschiedene Studien konnten zeigen, daß die pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion (PPPD) im Sinne der Radikalität eine vergleichbare Mortalität und Morbidität wie die klassische Whipple-Operation hat.

  • Duodenumerhaltende Pankreaskopfresektion:

Bei der duodenumerhaltenden Pankreaskopfresektion wird der Kopf der Bauchspeicheldrüse unter Erhalt des Zwölffinderdarms (Duodenum) entfernt. Diese Operation wird nur im Rahmen der Behandlung der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung durchgeführt. Durch den Verzicht auf die Entfernung des Duodenums kann von der Neuanlage einer Verbindung der Bauchspeicheldrüse mit dem Dünndarm abgesehen werden. Diese Operation wird nicht bei Tumorerkrankungen des Pankreaskopfes durchgeführt.

  • Bauchspeicheldrüsenschwanzresektion

Bei Tumorerkrankungen der Bauchspeicheldrüse, welche im Bereich des Bauchspeicheldrüsenkörpers bzw. Bauchspeicheldrüsenschwanzes lokalisiert sind, kann eine Bauchspeicheldrüsenschwanzresektion (sog. Pankreaslinksresektion) angezeigt sein. Bei der Pankreaslinksresektion wird der Pankreasschwanz mit den peripankreatischen Lymphknoten und abhängig von der Grunderkrankung ggfs. auch die Milz entfernt. Je nach Ausmaß des Tumors und den daraus resultierenden Resektionsgrenzen muß die Resektion bis an den Pankreaskopf heran ausgeweitet, d.h. eine sog. subtotale, linksseitige Pankreatektomie durchgeführt werden. Der Pankreasstumpf wird in der Regel blind verschlossen. Bei Patienten mit einem lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom mit isolierter Infiltration des Truncus coeliacus führen wir zudem als kurative Therapieoption eine Pankreaschwanzresektion mit Resektion des Truncus coeliacus (Operation nach Appleby) durch. 
Unter Umständen kann in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation auch eine totale Entfernung der Bauchspeicheldrüse erforderlich sein (totale Pankreatektomie). Selbstverständlich wird insbesondere die Pankreasschwanzresektion an unserer Klinik wenn möglich in minimalinvasiver laparoskopischer Technik durchgeführt. 

Drainierende Operationsverfahren:

  • Zystojejunostomie:

Kommt es im Rahmen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung zur Ausbildung von Zysten (sog. Pankreaspseudozyste), kann eine Drainage dieser Pseudozyste nötig werden, wenn die Zyste durch ihre Größe andere Organe verdrängt, bzw. die Nahrungspassage behindert. Diese  Operation wird als Zystojejunostomie bezeichnet. Dabei wird eine Dünndarmschlinge auf die eröffnete Zystenwand genäht. Nach der Durchführung dieser Operation wird die Zystenflüssigkeit kontinuierlich in den Dünndarm abgeleitet und die Zyste somit deutlich verkleinert.

  • Operation nach Partington-Rochelle / Operation nach Frey

Bei Patienten mit einer symptomatischen chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung kann bei Vorliegen eines erweiterten Pankreasganges als gangdrainierendes Verfahren eine Operation nach Partington-Rochelle durchgeführt werden. Dabei wird der Pankreasgang vom präpapillären Segment im Pankreaskopf bis in den Pankreasschwanz längseröffnet und über eine ansgeschlossene Dünndarmschlinge drainiert. Diese longitudinale Verbindung zwischen Bauchspeicheldrüse und Dünndarm kann je nach Krankheitsbild auch mit einer lokalen Exzision des Pankreaskopfes kombiniert werden (Operation nach Frey). Das Ziel beider Operation ist das Erreichen einer dauerhaften Schmerzfreiheit und die Beherrschung Pankreatitis-assoziierter Komplikationen.

Wie funktioniert die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse – das Pankreas – ist eine ca. 15 cm lange, 60 bis 120 g schwere Drüse, welche sich im Oberbauch hinter dem Magen und vor den oberen Lendenwirbelkörpern befindet. Sie wird unterteilt in Pankreaskopf, Pankreaskörper und Pankreasschwanz und wird seitlich begrenzt durch das Duodenum (Zwölffingerdarm) im rechten und die Milz im linken Oberbauch.
Die Hauptfunktion der Bauchspeicheldrüse ist die Produktion der Hormone Insulin und Glukagon für die Blutzuckerregulation (endokriner Anteil) und die Produktion von Enzymen (u.a. Lipase, Amylase und Trypsin), die über den Bauchspeicheldrüsengang (Ductus pancreaticus) in das Duodenum abgegeben werden und gemeinsam mit den Gallensäuren wesentlich an der Verdauung und Absorption von Nahrungsbestandteilen beteiligt sind (exokriner Anteil).

Was passiert vor und nach der Operation?

Vor der Operation

Ist eine Operation erforderlich, erhalten Sie zeitnah einen OP-Termin und werden in der Regel einen Tag vorher stationär aufgenommen. Sie werden dann nochmals untersucht, die Blutwerte werden kontrolliert und aktuelle Röntgenbilder angefertigt.

In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch informiert Ihr Arzt Sie über die geplante Operation, die Narkose und die Weiterbehandlung. Hier haben Sie auch Gelegenheit, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern.

 

Weiterbetreuung nach der Operation

Je nach Ausmaß der Operation schließt sich ein stationärer Aufenthalt von ca. 5 bis 12 Tagen an. Die Patienten werden zunächst auf einer unserer chirurgischen Intensivstationen überwacht, meist können sie aber schon einen Tag nach der Operation zurück auf die Normalstation und werden dort von Ärzten und Pflegern weiterbetreut, z.B. durch tägliche klinische Visiten, Blutwert- und Röntgen-Nachuntersuchungen.


Gleich nach der Operation bis über die Entlassung hinaus sorgt unser anästhesiologischer Schmerzdienst für eine effektive Schmerzbehandlung. Diätassistenten, Physiotherapeuten und unser Sozialdienst bereiten die Patienten bereits während der stationären Betreuung auf die Genesungsphase nach der Entlassung vor. Im Falle einer Krebserkrankung stehen auf Wunsch speziell ausgebildete Psychologen für Gespräche zur Verfügung.

Über unsere Klinik

Mit jährlich über 200 Krebsoperationen an der Bauchspeicheldrüse beherrscht das Team der Chirurgischen Klinik Campus Charité Mitte / Campus Virchow-Klinikum das gesamte Spektrum der Bauchspeicheldrüsen-Chirurgie auf internationalem Spitzenniveau. Wir sind Pankreastumorzentrum und Excellenzzentrum für Chirurgische Erkrankungen des Pankreas.

Wir arbeiten eng mit Pankreas-Spezialisten aus anderen Fachdisziplinen der Charité zusammen, mit denen wir in wöchentlichen Tumorkonferenzen jeden einzelnen Patienten besprechen und ein individuelles, fächerübergreifendes Behandlungskonzept erstellen. Dabei wägen wir immer gemeinsam mit unseren Patienten ab, welcher Behandlungsweg der sinnvollste ist.

Wir beteiligen uns an nationalen und internationalen Forschungsprojekten und Studien und können innovative Behandlungsmethoden auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse anbieten.

Unsere Qualität

Wir besprechen jeden Krebspatienten in unseren fachübergreifenden Tumorkonferenzen und erstellen einen persönlichen Behandlungsplan, auch nach erfolgter Operation.

Krebspatienten werden ausschließlich von einem Team spezialisierter Chirurgen mit Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft operiert.

Die Sterblichkeitsrate bei Bauchspeicheldrüsen-Eingriffen liegt in der Chirurgischen Klinik Campus Charité Mitte / Campus Virchow-Klinikum mit weniger als 3 Prozent (bei Krebspatienten sogar unter 2 Prozent) deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, der etwa 10 Prozent beträgt.

 
 

Bild: DGAV - 2024 Excellenzzentrum-Pankreas

Exzellenzzentrum für Chirurgische Erkrankungen des Pankreas

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Bild: Logo Centrum zystische Pankreastumoren Kachel - 200x200

Centrum für zystische Pankreastumoren der Charité

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Ihre Ärzte

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Prof. Dr. med. J. Pratschke
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C. Benzing

Sprechstunden und Kontakt

Anmeldung

Zu unserer Sprechstunde können Sie sich per Telefon, Fax oder E-Mail anmelden.

Wenn Sie zum ersten Mal bei uns sind, untersucht Sie zunächst einer unserer Oberärztinnen oder Oberärzte, die sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse spezialisiert haben.

Er oder Sie erfassen Ihre bisherige Krankengeschichte und besprichen mit Ihnen die notwendigen weiteren Untersuchungen, die möglichen Behandlungsmaßnahmen und wie zeitnah diese durchgeführt werden müssen.

Bei einigen Erkrankungen kann die geeignete Therapie bereits beim ersten Besuch festgelegt und entsprechende Termine geplant werden. 

Wir haben den Anspruch, dass zwischen Ihrem Erstkontakt und der endgültigen Entscheidung über die geeignete Therapie maximal 3 Tage liegen.

Bitte Bringen Sie zur Sprechstunde mit:

Unterlagen und Befunde bereits durchgeführter Untersuchungen (z.B. beim Hausarzt oder Facharzt), insbesondere Röntgen-, CT-, und MRT-Bilder, entweder auf CD oder als Ausdruck.

Sie können uns diese bereits vor der Sprechstunde zuschicken, um Zeit und Wege zu sparen, und erhalten sie selbstverständlich von uns zurück, nachdem wir sie in unser System eingespielt haben.

Wir informieren Sie telefonisch, falls weitere Untersuchungen erforderlich sind. Diese können wir gegebenenfalls auch direkt in unserer Klinik durchführen.