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Bild: OP-Szene daVinci-OP

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Chirurgie der Leber und Gallenwege

Fragen zur Leber- und Gallengangschirurgie

Welche Funktion hat die Leber

Die Leber (griechisch: Hepar) ist mit einem durchschnittlichen Gewicht von 1.200 bis 1.800 g und Längenausdehnung  von 20 - 23 cm sowie Breitenausdehnung von 15 – 18 cm, nicht nur die größte Drüse des menschlichen Körpers, sondern auch das größte Organ in unserem Bauchraum. Die Leber gilt als das vielleicht wichtigste Organ des menschlichen Organismus.

Die Hauptfunktion der Leber als Drüse ist die Produktion von Gallenflüssigkeit. Darüber hinaus ist die Leber ein wichtiges Organ für die Stoffwechselfunktion des menschlichen Körpers und die Produktion von Eiweißen, die unter anderem unserer Blutgerinnung dienen. Die wichtige Rolle der Entgiftungsfunktion fällt besonders auf bei Erkrankungen, die zu einem bleibenden Umbau der Leber und folgenden Funktionsstörungen führen können.

Erkrankungen der Leber bleiben lange unbemerkt, da sie in der Regel nicht schmerzhaft sind. Erst bei einer deutlichen Schädigung der Leber oder bei einer Verlegung des Galleabflusses, beispielsweise durch einen Tumor, entwickelt der Patient einen Ikterus ("Gelbsucht"). Eine Ausnahme stellt das Gallensteinleiden dar: hier bemerkt der Patient frühzeitig einen kolikartiken Schmerz im rechten Oberbauch.

Die Leber verfügt über ein einzigartiges regeneratives Potential und kann eine akute Schädigung wie zum Beispiel durch eine akute Vergiftung, temporäre Ischämie oder einen Gewebeverlust wie beispielsweise nach Leberteilresektion bis zu einem gewissen Grad kompensieren. So "wächst" die Leber auch nach großen Leberresektionen innerhalb von 3-6 Monaten auf die ursprüngliche Größe zurück. Diese Eigenschaft machen wir uns gezielt zunutze und lassen die Leber zum Teil schon vor einer Operation durch spezielle Techniken "wachsen".

Welche Erkrankungen der Leber behandeln wir

Das interdisziplinäre Behandlungsspektrum unseres Zentrums umfasst alle Erkrankungen der Leber und Gallenwege, insbesondere die Behandlung der nachfolgenden Erkrankungen (thematisch):

Bösartige Tumore der Leber

  • Leberzellkarzinom (Hepatozelluläres Karzinom)
  • Intrahepatisches Cholangiokarzinom
  • Seltene Tumore, z.B. Sarkome und andere
  • Lebermetastasen jeglichen Ursprungs

Bösartige Tumore der extrahepatischen Gallenwege

  • Hiläres Cholangiokarzinom (Klatskin-Tumor)
  • Distales Gallengangskarzinom
  • Gallenblasenkarzinom
  • Papillenkarzinom

Gutartige Erkrankungen der Leber

  • Fokal Noduläre Hyperplasie (FNH)
  • Leberhämangiom
  • Leberzelladenom
  • Kongenitale Leberzyste

Gutartige Erkrankungen der Gallenwege

  • Akute und chonische Entzündungen der Gallenblase
  • Gallengangszysten

Notfälle und Verletzungen von Leber und Gallenwege

  • Traumatische Leberruptur
  • Akute Blutungen der Leber
  • Verletzungen der Gallenwege (z.B. bei Operationen)
  • Akute Pfortaderthrombose

Parasitäre Erkrankungen der Leber

  • Zystische Formationen bei Fuchsbandwurm
  • Zystische Formationen bei Hundebandwurm

Indikationen zur Lebertransplantation (exemplarisch)

  • Leberzirrhose jeglichen Ursprungs
  • Nicht-alkoholische Steatohepatitis (NASH)
  • Primär Skelorsierende Cholangitis (PSC)
  • Sekundär Sklerosierende Cholangitis (SSC)
  • Polyzystische Lebererkrankung

Kann man die Leberchirurgie minimalinvasiv durchführen

In unserer Klinik werden inzwischen auch hochkomplexe Operationen vor allem minimal-invasiv durchgeführt (siehe Abbildungen). Die minimal-invasiven Techniken umfassen den Einsatz eines Operationsroboters und die Laparoskopie. Durch kleine Schnitte können dabei Tumore der Leber operativ entfernt werden. Der Einsatz des Operationsroboters eignet sich dabei im Besonderen für die erweiterten Tumoroperationen.

Die Einführung der minimal-invasiven Techniken hat neben der Reduktion des chirurgischen Traumas auch zu einer Verbesserung der postoperativen Erholung geführt und damit einhergehend mit einer Verringerung der Schmerzen und einem kürzeren Krankenhausaufenthalt.

Wie behandeln wir die Leber und die Gallenwege ?

In der Chirurgischen Klinik Campus Charité Mitte / Campus Virchow-Klinikum kommen alle international anerkannten chirurgischen Verfahren auf Basis aktueller Standards und Behandlungsleitlinien zum Einsatz.

Chirurgische Entfernung von Teilen der Leber (Resektion)
Eine Resektion ist vor allem bei Krebs, in seltenen Fällen auch bei gutartigen Tumoren und Zysten erforderlich. Da die Leber als einziges menschliches Organ die Fähigkeit besitzt, ihr Gewebe zu erneuern, kann sie bis zur Hälfte (Hemihepatoektomie), im Ausnahmefall sogar bis zu drei Vierteln (Trisektorektomie) entfernt werden und wächst dann wieder nach. Wir führen auch solche ausgedehnten Eingriffe in der Regel mit der schonenden minimal-invasiven Schlüsselloch-Technik durch, sodass ein offener Bauchschnitt entfällt. Dies können nur wenige hochspezialisierte Zentren in Europa.

Je nach Stadium und Lage eines Tumors kombinieren wir in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachabteilungen der Charité eine Leberresektion mit vor- und nachgeschalteten nicht-operativen Verfahren wie Chemo-, Mikrowellen-, Radiofrequenzwellen- oder Radiotherapie.

Komplexe Leber-Chirurgie
Wir verfügen auch über große Erfahrung mit der laparoskopischen Technik bei komplexen Eingriffen wie:

  • Trisektorektomie (s.o.) mit Entfernung der Gallengänge bei Gallenwegs-Tumoren, anschließend Verbindung des gesunden Leberrests mit dem Dünndarm
  • Aufbau von ausreichend gesundem Lebergewebe vor einer Trisektorektomie mithilfe verschiedener Verfahren
  • Entfernung von Darmkrebs-Tumoren und deren Absiedlungen auf Leber- und Lunge in einem Eingriff

Entfernung der Gallenblase
Zur Behandlung einer Gallenblasen-Entzündung oder von Gallensteinen kann die operative Entfernung der Gallenblase notwendig werden. Dieser sehr häufige Eingriff wird fast immer mit der schonenden Schlüssellochtechnik durchgeführt und erfordert nur einen kurzen Klinikaufenthalt. Eine Lebenseinschränkung ist mit der Entfernung der Gallenblase nicht verbunden; lediglich sehr fetthaltige Speisen werden nicht gut vertragen und sollten gemieden werden.

Mehr Details über unsere Behandlungsverfahren finden Sie hier:

Chirurgische Verfahren

Vor und nach der Leber- und Gallenperation

Die Behandlung in unserer Klinik ist immer eingebettet in ein fächerübergreifendes Behandlungskonzept und in eine umfassende Betreuung vor und nach der Operation.

Vor der Operation
Von Anfang an beziehen wir standardmäßig Kollegen weiterer Fachrichtungen ein, die für Ihr individuelles Krankheitsbild von Bedeutung sind. In wöchentlichen Tumorkonferenzen diskutieren wir mit diesen die optimale Behandlung jedes einzelnen Patienten und erstellen einen persönlichen Behandlungsplan. Dabei spielt die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität des Patienten eine ebenso große Rolle wie die effektive Behandlung der Erkrankung. Ist eine Operation erforderlich, erhalten Sie zeitnah einen OP-Termin und werden in der Regel einen Tag vorher stationär aufgenommen. Sie werden dann nochmals untersucht, die Blutwerte werden kontrolliert und aktuelle Röntgenbilder angefertigt. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch informiert Ihr Arzt Sie über die geplante Operation, die Narkose und die Weiterbehandlung. Hier haben Sie auch Gelegenheit, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern.

Weiterbetreuung nach der Operation
Je nach Ausmaß der Operation schließt sich ein stationärer Aufenthalt von ca. 5 bis 12 Tagen an. Die Patienten werden zunächst auf einer unserer chirurgischen Intensivstationen überwacht, meist können sie aber schon einen Tag nach der Operation zurück auf die Normalstation und werden dort von Ärzten und Pflegern weiterbetreut, z.B. durch tägliche klinische Visiten, Blutwert- und Röntgen-Nachuntersuchungen. Gleich nach der Operation bis über die Entlassung hinaus sorgt unser anästhesiologischer Schmerzdienst für eine effektive Schmerzbehandlung. Diätassistenten, Physiotherapeuten und unser Sozialdienst bereiten die Patienten bereits während der stationären Betreuung auf die Genesungsphase nach der Entlassung vor. Im Falle einer Krebserkrankung stehen auf Wunsch speziell ausgebildete Psychologen für Gespräche zur Verfügung.

Mögliche Komplikationen nach der Operation
In seltenen Fällen kommt es nach einer Operation zu Komplikationen wie einer Wundheilungsstörung oder einem Austritt von Sekret aus dem operierten Organ, wodurch sich der Krankenhausaufenthalt verlängern kann. Als universitäres Spitzenzentrum gewährleisten wir auch bei komplizierten Behandlungsverläufen das gesamte fächerübergreifende Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.

Ambulante Weiterbehandlung
Nach der Operation kann eine Weiterbehandlung erforderlich sein, etwa eine Chemotherapie. Vor der Entlassung sprechen wir daher die ambulante Weiterbehandlung mit Ihnen und Ihrem Haus- oder Facharzt ab und geben Behandlungsempfehlungen. Unsere chirurgischen Ambulanzen an beiden Klinik-Standorten bieten ebenfalls Weiterbehandlung und regelmäßige Kontrolle, z.B. im Rahmen der Krebsnachsorge. Dort sind alle modernen Diagnosemethoden (z.B. CT, MRT) direkt vor Ort vorhanden; außerdem stehen im Falle von Rückfragen unsere operierenden Ärzte jederzeit zur Verfügung.

 

Über die Klinik

Mit rund 400 Operationen pro Jahr an der Leber und den zentralen Gallenwegen gehört die Chirurgische Klinik Campus Charité Mitte  Campus Virchow-Klinikum zu den führenden Leberzentren Europas und beherrscht das gesamte Spektrum der Leber-Chirurgie bis hin zu hochkomplexen Operationen auf internationalem Spitzenniveau.

Wir sind Teil des von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Leberzentrums der Charité und arbeiten eng mit Leber-Spezialisten aus anderen Fachdisziplinen der Charité zusammen, mit denen wir in wöchentlichen Tumorkonferenzen jeden einzelnen Patienten besprechen und ein individuelles, fächerübergreifendes Behandlungskonzept erstellen.

Wir beteiligen uns an nationalen und internationalen Studien und Forschungsprojekten und können innovative Behandlungsmethoden auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse anbieten. Einige der Standards der Leberkrebs-Chirurgie wurden an unserem Zentrum entwickelt.

Seit Dezember 2019 ist unsere Klinik von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) als Exzellenzzentrum zur chirurgischen Therapie von Lebererkrankungen zertifiziert. Neben unserem Zentrum ist es nur vier weiteren Universitätskliniken in Deutschland gelungen diese höchste Zertifizierungsstufe zu erreichen.

Unsere Qualität

  • Wir besprechen jeden Krebspatienten in unseren fachübergreifenden Tumorkonferenzen und erstellen einen persönlichen Behandlungsplan, auch nach erfolgter Operation.
  • Krebspatienten werden ausschließlich von einem Team spezialisierter Chirurgen mit Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft operiert.
  • In der komplexen Leberchirurgie können wir weltweit die besten Langzeitergebnisse vorweisen

Ihre Ärzte

Bild: Prof. Dr. med. J. Pratschke
Prof. Dr. med. J. Pratschke
Prof. Dr. med. M. Schmelzle
Bild: Prof. Dr. med. Wenzel Schöning
Prof. Dr. med. W. Schöning
Bild: Prof. Dr. med. R. Öllinger
Prof. Dr. med. R. Öllinger
Bild: PD Dr. G. Lurje
PD Dr. med.
G. Lurje
Bild: PD Dr. med. Nathanael Raschzok
PD Dr. med.
N. Raschzok
Bild: PD Dr. med. Felix Krenzin
PD Dr. med.
F. Krenzien

Sprechstunden und Kontakt

Anmeldung

Zu unserer Sprechstunde können Sie sich per Telefon, Fax oder E-Mail anmelden.

Wenn Sie zum ersten Mal bei uns sind, untersucht Sie zunächst einer unserer Oberärztinnen oder Oberärzte, die sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Leber- und Gallengänge spezialisiert haben.

Er oder Sie erfassen Ihre bisherige Krankengeschichte und besprechen mit Ihnen die notwendigen weiteren Untersuchungen, die möglichen Behandlungsmaßnahmen und wie zeitnah diese durchgeführt werden müssen.

Bei einigen Erkrankungen kann die geeignete Therapie bereits beim ersten Besuch festgelegt und entsprechende Termine geplant werden.

Wir haben den Anspruch, dass zwischen Ihrem Erstkontakt und der endgültigen Entscheidung über die geeignete Therapie maximal drei Tage liegen.

Bitte Bringen Sie zur Sprechstunde mit:
Unterlagen und Befunde bereits durchgeführter Untersuchungen (z.B. beim Hausarzt oder Facharzt), insbesondere Röntgen-, CT-, und MRT-Bilder, entweder auf CD oder als Ausdruck.

Sie können uns diese bereits vor der Sprechstunde zuschicken, um Zeit und Wege zu sparen, und erhalten sie selbstverständlich von uns zurück, nachdem wir sie in unser System eingespielt haben.

Wir informieren Sie telefonisch, falls weitere Untersuchungen erforderlich sind. Diese können wir gegebenenfalls auch direkt in unserer Klinik durchführen.

 

Leberzentrum der Charité und Exzellenzzentrum für Leberchirurgie

Bild: DGAV 2022 Exzellenzzentrum für Leberchirurgie
Exzellenzzentrum für Leberchirurgie

Die Anforderungen an ein Exzellenzzentrum unterscheiden sich von den anderen durch die DGAV definierten Kompetenzstufen hinsichtlich der klinischen Fallzahlen und der Qualität der Patientenversorgung sowie des wissenschaftlichen Portfolios erheblich. Die höchste Stufe Exzellenzzentrum kann beispielsweise nur erreicht werden, wenn pro Jahr mehr als 30 Leberresektionen von ≥ 4 Lebersegmenten mit einer entsprechend niedrigen Komplikationsrate (< 15%) durchgeführt werden. In unserer Klinik werden pro Jahr mehr als 100 dieser hochkomplexen Operationen vor allem minimal-invasiv durchgeführt. Des Weiteren werden hochkomplexe Eingriffe, wie erweiterte Leberresektionen mit Entfernung des extrahepatischen Gallenwegssystems (bei sog. Klatskin-Tumoren) an unserem Zentrum häufig durchgeführt. Die Operationstechnik wurde maßgeblich an unserem Haus mitentwickelt. Auch für diese Indikation übertreffen wir die von der DGAV geforderten Kennzahlen deutlich. Außerdem sind diese Operationen eine der vielen Spezialisierungen unserer Klinik.. Alle bei uns behandelten Patienten werden (anonymisiert) in einem zentralen Register der DGAV erfasst, was die Erfüllung der hohen Qualitätsansprüche durch eine zentrale Qualitätskontrolle absichert. Durch unsere hohe Expertise im Bereich der komplexen offenen und minimal-invasiven (robotischen und laparoskopischen) Leberchirurgie führen wir regelmäßig ausgebuchte Kurse zu diesen Themen für erfahrene Kollegen anderer chirurgischer Kliniken durch.

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