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Bild: Chirurgie des Magens und der Speiseröhre

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Chirurgie des Magens und der Speiseröhre

Fragen zur Magen- und Speiseröhrenchirurgie

Welche Operationen werden bei uns an Magen und Speiseröhre durchgeführt ?

An der Chirurgischen Klinik Campus Charité Mitte / Campus Virchow-Klinikum der Charité werden alle Arten von Erkrankungen des Magens und der Speiseröhre behandelt. Unsere Schwerpunkte sind:
 
Gutartige Erkrankungen des Magens:

  • Magengeschwür
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • Hochrutschen eines Teils des Magens in den Brustkorb (Thorax-Magen)
  • Geschwülste der Magenschleimhaut (Polypen)

Bösartige Erkrankungen des Magens:

  • Magenkrebs
  • Seltene Tumoren, z.B. gastrointestinaler Stromatumor (GIST), Lymphdrüsenkrebs des Magens (Magen-Lymphom), neuroendokrine Tumoren (NET)

Gutartige Erkrankungen der Speiseröhre:

  • Chronisches Sodbrennen
  • Aussackungen der Speiseröhrenwand (Divertikel)
  • Bewegungsstörungen der Speiseröhrenwand (Motilitätsstörungen)
  • Gutartige Tumoren: z.B. Leiomyom

Bösartige Erkrankungen der Speiseröhre (Speiseröhrenkrebs):

  • Plattenepithelkarzinom
  • Adenokarzinom

Lassen sich Operationen am Magen und der Speiseröhre minimalinvasiv durchführen ?

Die minimalinvasive Operation ist heutzutage Standard und nur in Ausnahmefälle ist eine offene Operation noch erforderlich. Die Effektivität beider Techniken ist ebenbürtig. Besonders bei Patienten mit Krebserkrankungen, deren Therapie sowohl eine Operation als auch eine medikamentöse Therapie umfasst, nützt die minimalinvasive Operationstechnik durch schnellere Erholung und weniger Belastung nach dem Eingriff deutlich.
 

Die Roboter-unterstützte minimalinvasive Chirurgie wird bei uns bereits seit 2015 zur präzisen Durchführung minimalinvasiver Operationen am Magen und der Speiseröhre eingesetzt. Hierbei ermöglicht die Verwendung eines daVinci Operationsroboters als „Servolenkung“ dem Operateur eine besonders schonende und präzise Präparation an den Organen. Aktuell wird der Roboter bei Tumoroperationen als auch bei Operationen nicht-bösartiger Erkrankungen eingesetzt.

Welche Funktion hat der Magen und welche Erkrankungen gibt es ?

Der Magen ist ein Hohlorgan und wesentlicher Bestandteil des Verdauungstraktes. Er ist ein flexibler Muskelsack, welcher im linken Oberbauch die Nahrung aus der Speiseröhre kommend aufnimmt und mit der Verdauung beginnt. Der Magen produziert Enzyme (Pepsin) zur Spaltung von Eiweiß und Salzsäure zur Abtötung von Keimen. Darüber hinaus wird vom Magen der sogenannte Intrinsic Faktor zur Aufnahme von Vitamin B12 ausgeschüttet.

Basierend auf der komplexen Funktion des Organs kann es zu unterschiedlichen Erkrankungsformen des Magens kommen. Diese werden generell in gutartig und bösartig unterteilt und lassen sich oftmals mittels chirurgischer Eingriffe behandeln.

Gutartige Erkrankungen des Magens:

  • Thoraxmagen (Hochrutschen von Magenanteilen in den Brustkorb)
  • Ulcus (Magengeschwür)
  • Magenpolypen

 
Als führende bösartige Erkrankung des Magens gilt der Magenkrebs (Magenkarzinom). Die Erkrankungsrate im Jahr 2012 liegt für Männer bei 15,6 auf 100.000 Einwohner und für Frauen bei 8,3 auf 100.000 Einwohner. Das mittlere Erkrankungsalter liegt mit 72 Jahren bei Männern und 75 Jahren bei Frauen verglichen mit anderen Krebserkrankungen hoch. Die Entstehung von Magenkrebs ist komplex und je nach Entstehungsort auf unterschiedliche Mechanismen zurück zu führen. Insbesondere bei bösartigen Tumoren im Bereich des Magenausganges (Antrum) besteht ein deutlicher Zusammenhang mit chronischen Infektionen durch das Bakterium Helicobacter pylori. Dagegen stehen Tumoren des Mageneinganges (Kardia) häufig im Zusammenhang mit langjährigem Sodbrennen (Reflux). Neben dem Magenkrebs existieren noch weitere bösartige Erkrankungen, welche jedoch weitaus seltener auftreten.

Bösartige Erkrankungen des Magens:

  • Magenkarzinom (Magenkrebs)
  • Gastrointestinaler Stromatumor (GIST)
  • Magenlymphom (Lymphdrüsenkrebs des Magens)
  • Neuroendokrine Tumoren

Therapieverfahren des Magens im Detail

Bild: Magen Gastrektomie
Abbildung 1: Schematische Darstellung der Gastrektomie und der Rekonstruktion, wie sie an unserer Klinik durchgeführt werden.
Bild: Magen subtotale Gastrektomie
Abbildung 2: Subtotale Gastrektomie mit Rekonstruktion durch Dünndarmschlinge nach Roux-Y.

Minimalinvasive Magenentfernung (Gastrektomie)

Bei der minimalinvasiven Magenentfernung werden  5-12 mm große Trokare in der Bauchdecke platziert. Zudem kann über einen circa 7cm langen Schnitt ein sogenannter Gelport eingebracht werden. Diese erlaubt es dem Operateur mit einer Hand in die Bauchhöhle zu greifen und einzelne Operationsschritte zu unterstützen. Die Operation erfolgt mit einer hochauflösenden Kamera, welche eine deutlich detailliertere Wiedergabe gegenüber der offenen Operation erlaubt.  Mittels moderner Instrumente zum Schneiden und Versiegeln von Gewebe, erfolgt die Durchtrennung aller Blutgefäße und die Entfernung aller relevanten Lymphknoten des Magens. Anschließend kann der Magen über den Port entfernt werden. Eine Wiederherstellung des Speisetraktes erfolgt durch die Annaht einer Dünndarmschlinge an die Speiseröhre (siehe Abbildung 1).
 

Bei bestimmten kleineren Tumoren im Bereich des Magenausganges kann gegebenenfalls auch eine Teilentfernung des Magens ohne Einschränkung für das Langzeitüberleben durchgeführt werden. Dieses Verfahren ähnelt der totalen Gastrektomie, jedoch bleibt ca. 1/4 des Magens am Eingang erhalten. Dies führt zu einer insgesamt leicht verbesserten Lebensqualität (siehe Abbildung 2).

Wie erfolgt die Therapie bei Magenkrebs ?

Unser universitäres interdisziplinäres Therapiekonzept zur Behandlung von Erkrankungen des Magens umfasst alle international etablierten Behandlungsverfahren auf Basis der aktuell geltenden Therapiestandards und Behandlungsleitlinien (z.B. AWMF Leitlinie Magenkarzinom). Bei Vorliegen eines Magenkarzinoms ist eine Chance auf Heilung nur bei Vollständiger Entfernung des Tumors gegeben. Bei größeren Tumoren ist zudem die Entfernung aller relevanten Lymphknoten notwendig um ein Wiederkehren des Tumors (Rezidiv) zu verhindern. In den letzten Jahren hat sich darüber hinaus eine multimodale Therapie zusammen mit den Onkologen etabliert. Bei größeren Tumoren und bei Verdacht auf eine Lymphknotenbeteiligung erfolgt eine medikamentöse Vorbehandlung (neoadjuvante Therapie) gefolgt von der eigentlichen Operation. Anschließend wird in Abhängigkeit von den erhobenen Befunden eine erneute medikamentöse Therapie angeschlossen. Dies hat zu deutlich verbesserten Überlebensraten geführt.

Seit 2015 werden in unserer Klinik alle Patienten in minimalinvasiver  "Schlüssellochtechnik" operiert. Wesentliche Vorteile einer minimalinvasiven Operation gegenüber einer offenen Operation sind:

  • Schnellere Erholung nach der Operation
  • Weniger Schmerzen
  • Weniger Belastung des Immunsystems
  • Weniger Funktionseinschränkung postoperativ
  • Bessere Lungenfunktion
  • Weniger Wundkomplikationen
  • Weniger Narbenbrüche
  • Schnellere Rückkehr zu normaler Belastbarkeit nach dem Eingriff

 
Speziell bei Tumoroperationen ist eine schnellere Erholung bei multimodalen Therapien, bei denen nach einer erfolgreichen Operation noch eine weitere medikamentöse Behandlung (z.B. Chemotherapie) geplant ist, ein wichtiger Faktor um einen optimalen Therapieerfolg zu erreichen.

Welche Funktion hat die Speiseröhre und welche Erkrankungen gibt es ?

Die Speiseröhre (Oesophagus) ist ein langer, dünner Muskelschlauch, der die aufgenommene Nahrung vom Mund in den Magen transportiert. Dafür durchzieht sie den gesamten Brustkorb und tritt direkt unterhalb des Zwerchfells in den Magen ein. Für ihre Transportfunktion ist sie mit einer hochkomplexen Beweglichkeit ausgestattet, die von einer Vielzahl von Faktoren gesteuert wird. Zur Vermeidung des "Zurückfließens" von Mageninhalt (Sodbrennen/Reflux) in die Speiseröhre ist der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen mit einem komplexen Verschlusssystem ausgestattet. Die Erkrankungen der Speiseröhre umfassen ein breites Spektrum und lassen sich in gutartige und bösartige Veränderungen unterteilen.

Gutartige Erkrankungen der Speiseröhre:

  • Sodbrennen (Refluxoesophagitis)
  • Aussackungen der Speiseröhrenwand (Divertikel)
  • Bewegungsstörungen des Speiseröhrenwand (Motilitätsstörungen; z.B. Achalasie)
  • Gutartige Tumoren (z.B. Leiomyom)

 
Bei den bösartigen Erkrankungen der Speiseröhre werden im Wesentlichen die sogenannten Plattenepithelkarzinome und die Adenokarzinome unterschieden. Als Ursache für die Entstehung der selteneren Plattenepithelkarzinome (ca. 40%) gelten regelmäßiger Tabak- und Alkoholkonsum.  Bei den Adenokarzinom zählt die chonische Refluxerkrankung (Sodbrennen) zu den wesentlichen Risikofaktoren. Der sogenannte Barrett Oesophagus gilt als Vorstufe bei der Entstehung von Adenokarzinomen der Speiseröhre.

Bösartige Erkrankungen der Speiseröhre:

  • Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre
  • Adenokarzinom der Speiseröhre
  • Karzinome des gastrooesophagealen Überganges (AEG Tumoren)

Wie behandeln wir Erkrankungen von Magen und Speiseröhre ?

In der Chirurgischen Klinik Campus Charité Mitte | Campus Virchow-Klinikum der Charité kommen alle international anerkannten chirurgischen Verfahren auf Basis aktueller Standards und Behandlungsleitlinien zum Einsatz. Dabei spielt eine wesentliche Rolle, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten oder möglichst zu verbessern.

Minimalinvasive Entfernung des Magens oder einzelner Teile (Gastrektomie)

Bei großen Tumoren ist in der Regel die komplette Entfernung des Magens erforderlich. Selbst dieser umfangreiche Eingriff ist inzwischen minimalinvasiv möglich, sodass nur noch kleine Schnitte erforderlich sind, durch die eine hochauflösende Kamera und winzige Spezialinstrumente an einem dünnen Draht eingeführt werden. Der entfernte Magen wird durch eine Dünndarmschlinge ersetzt, die direkt an die Speiseröhre angenäht wird. Bei bestimmten kleineren Tumoren genügt auch eine Teilentfernung, bei der etwa ein Viertel des Magens erhalten bleibt. Unter Beachtung bestimmter Ernährungsregeln und mit Hilfe von Medikamenten lässt sich auch nach einer Magenentfernung wieder eine gute Lebensqualität erreichen.

Minimalinvasive Entfernung der Speiseröhre

Bei Speiseröhrenkrebs und bösartigen Tumoren im Übergangsbereich zwischen Speiseröhre und Magen sind die Operationsverfahren vielgestaltig und hängen von der Lage und Größe des Tumors ab. Sie reichen von der Entfernung des Übergangsbereichs bis hin zur kompletten Entfernung von Speiseröhre und Magen. Nahezu alle Operationen werden in minimalinvasiver Schlüsselloch-Technik durchgeführt, zum Teil mit Roboter-Unterstützung. Als Speiseröhren-Ersatz kann zumeist aus dem Magen ein Schlauch gebildet werden. Vor der Operation hat sich die Kombination von Chemotherapie und Bestrahlung bewährt, danach die Fortsetzung der medikamentösen Therapie.

Roboter-unterstützte Minimalinvasive Chirurgie

Die Verwendung des Operationsroboters („daVinci System“) als „Servolenkung“ erlaubt dem Operateur eine besonders schonende und präzise Präparation an den Organen. Aktuell wird der Roboter bei Tumoroperationen als auch bei Operationen nicht-bösartiger Erkrankungen sowohl am Magen als auch an der Speiseröhre eingesetzt.

Verschluss eines Zwerchfellbruchs

Die häufigste Ursache für chronisches Sodbrennen (Reflux-Erkrankung) ist ein Zwerchfellbruch (Hiatus-Hernie). Eine Operation kann hier zur dauerhaften Heilung führen. Dabei wird in minimalinvasiver Technik der Zwerchfellbruch verschlossen und in bestimmten Fällen ein zusätzliches Netz zur Verstärkung am Zwerchfell eingenäht. Nach durchschnittlich zwei Tagen können die Patienten das Krankenhaus bereits verlassen.

Wie erfolgt die Therapie bei Speiseröhrenkrebs ?

Unser universitäres interdisziplinäres Therapiekonzept zur Behandlung von Erkrankungen der Speiseröhre umfasst alle international etablierten Behandlungsverfahren auf Basis der aktuell geltenden Therapiestandards und Behandlungsleitlinien. Bei Vorliegen eines Speiseröhrenkrebses ist die vollständige Entfernung des Tumors mit dem besten Langzeitüberleben verbunden. Bei größeren Tumoren ist zudem die Entfernung aller relevanten Lymphknoten notwendig um ein Wiederkehren des Tumors (Rezidiv) zu verhindern. In den letzten Jahren hat sich darüber hinaus eine multimodale Therapie zusammen mit den Strahlentherapeuten und Onkologen etabliert. Bei größeren Tumoren und bei Verdacht auf eine Lymphknotenbeteiligung erfolgt eine medikamentöse Vorbehandlung in Kombination mit einer Bestrahlung (neoadjuvante Therapie) gefolgt von der eigentlichen Operation. Anschließend wird in Abhängigkeit von den erhobenen Befunden eine erneute medikamentöse Therapie angeschlossen. Dies hat zu deutlich verbesserten Überlebensraten geführt.

Seit 2015 werden in unserer Klinik nahezu alle Patienten in minimalinvasiver  "Schlüssellochtechnik" operiert. Vorteile einer minimal-invasiven Operation gegenüber einer offenen Operation sind:

  • Schnellere Erholung nach der Operation
  • Weniger Schmerzen
  • Weniger Belastung des Immunsystems
  • Weniger Funktionseinschränkung postoperativ
  • Bessere Lungenfunktion
  • Weniger Wundkomplikationen
  • Weniger Narbenbrüche
  • Schnellere Rückkehr zu normaler Belastbarkeit nach dem Eingriff

 
Speziell bei Tumoroperationen ist eine schnellere Erholung bei multimodalen Therapien, bei denen nach einer erfolgreichen Operation noch eine weitere medikamentöse Behandlung (z.B. Chemotherapie) geplant ist, ein wichtiger Faktor um einen optimalen Therapieerfolg zu erreichen.

Therapieverfahren der Speiseröhre im Detail

Minimalinvasive Speiseröhrenentfernung (Abdomino-thorakale Oesophagusresektion)

Beim Speiseröhrenkrebs erfolgt bei der Operation die Entfernung der Speiseröhre inklusive ihrer Lymphknotenstationen. Als Ersatz kann zumeist aus dem Magen ein Schlauch gebildet werden. Die Operationsverfahren bei den bösartigen Neubildungen im Übergangsbereich zwischen Speiseröhre und Magen sind vielgestaltig und hängen von der genauen Lage des Tumors, seiner Größe und Ausdehnung und den anatomischen Gegebenheiten ab. Die Methoden reichen dabei von der Entfernung diese Übergangsbereiches bis hin zur kompletten Entfernung von Speiseröhre und Magen, jeweils inklusive der Lymphknotenstationen. Demzufolge existiert auch eine Vielzahl von Methoden, wie man die Passage der Nahrung wieder herstellt. Seit 2015 werden nahezu alle Operationen in minimal-invasiver "Schlüsselloch" Technik durchgeführt. Hierzu werden Trokare in der Bauchdecke und beim zweiten Teil der Operation im Brustkorb platziert. Während der Operation wird das Operationsgebiet mit einer hochauflösenden Kamera dargestellt. Diese bietet gegenüber der offenen Operation ein deutlich detaillierteres Bild und erlaubt somit ein subtileres Vorgehen. Hierbei ist durch den Einsatz des Operationsroboters (daVinci Operationssystem) eine weitere Verbesserung der Präzision sowie ein schonendes Operieren möglich. Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt bei solchen Operationen beträgt 10-14 Tage, wobei die ersten 2-3 Tage nach der Operation zur Überwachung auf der Intensivstation verbracht werden. Der Zeitpunkt und der Ablauf des Kostaufbaus sind rasch (sogenanntes "Fast Track"). Regelhaft können die Patienten ab dem 4 Tag vollständig essen und trinken. Die beste Schmerzkontrolle wird durch einen Schmerzkatheter ("Periduralanalgesie") erreicht, der nach 4-5 Tagen wieder entfernt wird. Ab diesem Zeitpunkt sind die Schmerzen gut durch mittelstarke Schmerzmittel zu kontrollieren. Während des gesamten Krankenhausaufenthaltes werden alle Krebspatienten durch den Sozialdienst, Physiotherapeuten und auf Wunsch von Psychoonkologen mitbetreut.

Refluxerkrankung bei Zwerchfellbruch (chronisches "Sodbrennen")

Die Refluxerkrankung kommt durch einen gestörten Verschlussmechanismus des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen zustande, so dass immer wieder saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückläuft und das Sodbrennen verursacht. Eine Refluxerkrankung kann eine Vielzahl von Ursachen haben – nicht alle sind durch eine Operation heilbar. Am häufigsten haben die Patienten jedoch einen Zwerchfellbruch ("Hiatushernie"). In diesen Fällen kann eine Operation zur dauerhaften Heilung führen. Dabei wird in minimal-invasiver Technik der Zwerchfellbruch verschlossen und zum Schutz eine halbe (mitunter auch eine ganze) Manschette aus den oberen Magenanteilen gebildet, die um die untere Speiseröhre gelegt wird ("Semifundoplicatio" bzw. "Fundoplicatio").  Zur Verstärkung kann in individuellen Fällen ein zusätzliches Netz am Zwerchfell platziert werden. Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt nach einer Operation bei Reflux beträgt 2 Tage. Am Abend nach der OP dürfen klare Flüssigkeiten getrunken werden, ab dem Folgetag dürfen die Patienten wieder normal essen.

Vor und nach der Magen- und Speiserörenoperation

Die Behandlung in unserer Klinik ist immer eingebettet in ein fächerübergreifendes Behandlungskonzept und in eine umfassende Betreuung vor und nach der Operation.

Vor der Operation

Von Anfang an beziehen wir standardmäßig Kollegen weiterer Fachrichtungen ein, die für Ihr individuelles Krankheitsbild von Bedeutung sind. In wöchentlichen Tumorkonferenzen diskutieren wir mit diesen die optimale Behandlung jedes einzelnen Patienten und erstellen einen persönlichen Behandlungsplan. Dabei spielt die Erhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität des Patienten eine ebenso große Rolle wie die effektive Behandlung der Erkrankung. Ist eine Operation erforderlich, erhalten Sie zeitnah einen OP-Termin und werden in der Regel einen Tag vorher stationär aufgenommen. Sie werden dann nochmals untersucht, die Blutwerte werden kontrolliert und aktuelle Röntgenbilder angefertigt. In einem ausführlichen Aufklärungsgespräch informiert Ihr Arzt Sie über die geplante Operation, die Narkose und die Weiterbehandlung. Hier haben Sie auch Gelegenheit, Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern.

Weiterbetreuung nach der Operation

Nach einer Magenentfernung schließt sich ein stationärer Aufenthalt von 7 bis 12 Tagen an. Die Patienten werden zunächst auf einer unserer chirurgischen Intensivstationen überwacht, meist können sie aber schon einen Tag nach der Operation zurück auf die Normalstation und werden dort von Ärzten und Pflegern weiterbetreut, z.B. durch tägliche klinische Visiten, Blutwert- und Röntgen-Nachuntersuchungen. Nach einer Entfernung der Speiseröhre sind 10 bis 14 Tage Aufenthalt die Regel, davon die ersten 2 bis 3 Tage auf der Intensivstation. Bereits nach dem 4. Tag sind Essen und Trinken meist wieder möglich. Gleich nach der Operation bis über die Entlassung hinaus sorgt unser anästhesiologischer Schmerzdienst für eine effektive Schmerzbehandlung. Diätassistenten, Physiotherapeuten und unser Sozialdienst bereiten die Patienten bereits während der stationären Betreuung auf die Genesungsphase nach der Entlassung vor. Im Falle einer Krebserkrankung stehen auf Wunsch speziell ausgebildete Psychologen für Gespräche zur Verfügung.

Mögliche Komplikationen nach der Operation

In seltenen Fällen kommt es nach einer Operation zu Komplikationen wie einer Wundheilungsstörung oder einem Austritt von Sekret aus dem operierten Organ, wodurch sich der Krankenhausaufenthalt verlängern kann. Als universitäres Spitzenzentrum gewährleisten wir auch bei komplizierten Behandlungsverläufen das gesamte fächerübergreifende Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.

Ambulante Weiterbehandlung

Nach der Operation kann eine Weiterbehandlung erforderlich sein, etwa eine Chemotherapie. Vor der Entlassung sprechen wir daher die ambulante Weiterbehandlung mit Ihnen und Ihrem Haus- oder Facharzt ab und geben Behandlungsempfehlungen. Unsere chirurgischen Ambulanzen an beiden Klinik-Standorten bieten ebenfalls Weiterbehandlung und regelmäßige Kontrolle, z.B. im Rahmen der Krebsnachsorge. Dort sind alle modernen Diagnosemethoden (z.B. CT, MRT) direkt vor Ort vorhanden; außerdem stehen im Falle von Rückfragen unsere operierenden Ärzte jederzeit zur Verfügung.

Über unsere Klinik

Mit mehr als 100 Krebsoperationen an Magen und Speiseröhre pro Jahr ist die Chirurgische Klinik Campus Charité Mitte / Campus Virchow-Klinikum der Charité das größte Zentrum dieser Art in Berlin und bietet das gesamte Spektrum der Magen- und Speiseröhren-Chirurgie auf internationalem Spitzenniveau. Wir sind Interdisziplinäres Magenkrebszentrum  und Internationales Kompetenzzentrum für die chirurgische Behandlung von Magen- und Speiseröhrentumoren . Wir arbeiten eng mit Magen- und Speiseröhren-Spezialisten aus anderen Fachdisziplinen der Charité zusammen, mit denen wir in wöchentlichen Tumorkonferenzen jeden einzelnen Patienten besprechen und ein individuelles, fächerübergreifendes Behandlungskonzept erstellen. Dabei wägen wir immer gemeinsam ab, welcher Behandlungsweg der sinnvollste für den Patienten ist. Wir beteiligen uns an nationalen und internationalen Forschungsprojekten und Studien und können innovative Behandlungsmethoden auf Grundlage der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse anbieten.

Unsere Qualität

  • Wir besprechen jeden Krebspatienten in unseren fachübergreifenden Tumorkonferenzen und erstellen einen persönlichen Behandlungsplan, auch nach erfolgter Operation.
  • Krebspatienten werden ausschließlich von einem Team spezialisierter Chirurgen mit Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft operiert.
  • Über 70 % unserer Krebspatienten werden minimalinvasiv operiert und in einem multimodalen perioperativen Programm betreut.

  

Zertifizierungen

Bild: Zertifikat Referenzzentrum für die Chirurgie des Magens und der Speiseröhre - 2023

Referenzzentrum für die Chirurgie des Magens und der Speiseröhre

Mehr Informationen

Bild: 2022 - DKG Interdisziplinäres Magenkrebszentrum

Interdisziplinäres Magenkrebszentrum

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Ihre Ärzte

Bild: Prof. Dr. med. J. Pratschke
Prof. Dr. med. J. Pratschke
Bild: PD Dr. med. Christian Denecke
PD Dr. med.
C. Denecke
Dr. med.
J. Raakow

Fellows

Bild: Dr. med. Linda Feldbrügge
Dr. med.
L. Feldbrügge
Bild: PD Dr. med. Eva Maria Dobrindt
PD Dr. med.
E. M. Dobrindt

Sprechstunden und Kontakt

Anmeldung

Zu unserer Sprechstunde können Sie sich per Telefon, Fax oder E-Mail anmelden.

Wenn Sie zum ersten Mal bei uns sind, untersucht Sie zunächst einer unserer Oberärztinnen oder Oberärzte, die sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse spezialisiert haben.

Er oder Sie erfassen Ihre bisherige Krankengeschichte und besprechen mit Ihnen die notwendigen weiteren Untersuchungen, die möglichen Behandlungsmaßnahmen und wie zeitnah diese durchgeführt werden müssen.

Bei einigen Erkrankungen kann die geeignete Therapie bereits beim ersten Besuch festgelegt und entsprechende Termine geplant werden.

Wir haben den Anspruch, dass zwischen Ihrem Erstkontakt und der endgültigen Entscheidung über die geeignete Therapie maximal drei Tage liegen.

Bitte Bringen Sie zur Sprechstunde mit:

Unterlagen und Befunde bereits durchgeführter Untersuchungen (z.B. beim Hausarzt oder Facharzt), insbesondere Röntgen-, CT-, und MRT-Bilder, entweder auf CD oder als Ausdruck.

Sie können uns diese bereits vor der Sprechstunde zuschicken, um Zeit und Wege zu sparen, und erhalten sie selbstverständlich von uns zurück, nachdem wir sie in unser System eingespielt haben.

Wir informieren Sie telefonisch, falls weitere Untersuchungen erforderlich sind. Diese können wir gegebenenfalls auch direkt in unserer Klinik durchführen.