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Bild: Organ-Transportbox mit Spenderausweis

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Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation

Unsere Transplantationskoordination

Erster Ansprechpartner in allen Fragen ist unsere Transplantkoordination. Diese ist 24 Stunden an 7 Tagen der Woche besetzt und unter der Nummer +49 030 450 55 22 22 zu erreichen. Von hier aus werden Sie an die richtigen Ansprechpartner vermittelt.

Die Transplantationskoordination (Transplantationsbüro) an der Charité im Virchow-Klinikum ist die funktionelle organisatorische Einheit des Transplantationszentrums und Ihr Ansprechpartner zu Fragen der Transplantation von Bauchorganen für Patienten und deren Angehörige, Fach- und Hausärzte sowie zuweisenden Kliniken. Eine sehr enge Zusammenarbeit besteht zu den Einrichtungen der Vermittlungsstelle Eurotransplant (ET) und der Koordinierungsstelle für Organspenden in Deutschland der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).

Die Transplantationskoordination vermittelt Informationen zu den wichtigen Themen rund um die Transplantation, wie der Anmeldung bei Eurotransplant,  zur Wartezeit, Dringlichkeit, zu notwendigen Untersuchungen und zum Ablauf der Transplantation. Auch bezüglich einer möglichen Lebendspende wird beraten.

Wird eine Lebendspende konkret, werden von den Koordinatoren sämtliche organisatorischen Aufgaben übernommen. Für Gespräche mit möglichen Spendern stehen unsere Mitarbeiter jederzeit zur Verfügung, die sich als Partner und Begleiter der Patienten und Angehörigen verstehen. Darüber hinaus tragen sie mit an der Verantwortung zur Einhaltung der Richtlinien der Bundesärztekammer für die Anmeldung und Wartelistenführung unseres Zentrums und sind Teilnehmer der interdisziplinären organspezifischen Transplantationskonferenzen.

Die Koordination ist rund um die Uhr zuständig für Organangebote die Eurotransplant an unser Zentrum gibt. Alle dazu notwendigen organisatorischen Schritte, von der Akzeptanz bis zur Transplantation, werden übernommen und mit den verantwortlichen Ärzten abgestimmt. Nach den offiziellen Bürozeiten werden diese Arbeiten durch einen täglichen Rufdienst abgedeckt.
 

 

Fragen zur Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation

Die Geschichte der Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation ?

Die erste klinisch erfolgreiche Bauchspeicheldrüsentransplantation (Pankreastransplantation) wurde 1966 an der University of Minnesota/USA  durchgeführt. In den letzten 15 Jahren hat sich die Pankreastransplantation zu einem allgemein akzeptierten und sicheren Verfahren in der Therapie des Diabetes mellitus Typ I entwickelt.  Beim Vorliegen einer diabetischen Nephropathie wird eine kombinierte Pankreas-/Nierentransplantation durchgeführt.  Ziel ist die Normalisierung des Glukose-Stoffwechsels, Insulin- und Dialysefreiheit  sowie eine Prävention (gegebenfalls auch Rückbildung) weiterer Komplikationen des Diabetes mellitus.

Was sind Indikationen zur Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation

Der Diabetes mellitus ist eine Erkrankung mit weitreichenden gesundheitlichen und ökonomischen Folgen. Neben einer reduzierten Lebenserwartung führt die Zuckerkrankheit zu einer Reihe von Komplikationen wie Herzerkrankungen, einer gehäuften Rate von Amputationen und  schließlich zur Niereninsuffizienz.

Es werden generell Typ I- und Typ II-Diabetiker unterschieden. Diabetes Typ II ist charakterisiert durch eine periphere Insulinresistenz. Diese Erkrankung ist mit einer Reihe von Risikofaktoren, insbesondere Übergewicht, eng assoziiert.  Für die Diagnose Diabetes mellitus Typ II konnte bisher als Folge der peripheren Insulinresistenz kein sicherer Erfolg der Pankreastransplantation beschrieben werden.

Typ I-Diabetes, früher auch insulinabhängiger Diabetes genannt, ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zur Zerstörung der Insulin-produzierenden B-Zellen kommt und somit keine adäquate Menge Insulin produziert werden kann. Die Indikation zur kombinierten Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation wird gewöhnlich bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ I mit diabetischer Nephropathie gestellt.

Für dieses Verfahren sowie für eine Pankreastransplantation nach Nierentransplantation in einer selektiven Patientengruppe konnten die Vorteile in Bezug auf Lebensverlängerung und -qualität sowie auf eine Stabilisierung und sogar teilweise Reversibilität von sekundären Organkomplikationen bestätigt werden. In Europa wird die überwiegende Mehrheit der Transplantationen als kombinierte Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation durchgeführt (ca. 93%); die Pankreastransplantation nach Nierentransplantation sowie die alleinige Pankreastransplantation spielen nur eine untergeordnete Rolle.

In welcher Technik wird die Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation durchgeführt ?

Die zunehmende Anzahl von Transplantationen hat in den letzten Jahren gezeigt, dass kombinierte Nieren-Pankreastransplantationen sicher und effizient durchgeführt werden können.

Bei der kombinierten Transplantation werden ausschließlich Organe von Multiorganspendern verwendet. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle stellt die kombinierte Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation das Standardverfahren dar. In selten Fällen kann nach erfolgreicher Nierentransplantation zu einem späteren Zeitpunkt eine alleinige Pankreastransplantation durchgeführt werden. Die aktuelle Datenlage unter Berücksichtigung einer Wartezeit von einem Jahr in der Bundesrepublik Deutschland demonstriert deutlich die Vorteile einer kombinierten Transplantation.

Wie erfolgt die Nachsorge bei einer Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantation ?

Aufgrund der höheren Immunogenität des Bauchspeicheldrüsentransplantats im Vergleich zur Leber oder Niere wird ein relativ starkes immunsuppressives Regime durchgeführt.

Nach der Entlassung aus der stationären Behandlung erfolgt die ambulante Betreuung durch eine enge Zusammenarbeit zwischen einweisendem Hausarzt sowie der Nephrologischen- und Chirurgischen Poliklinik. Wir empfehlen während der ersten 6 Monate eine wöchentliche Kontrolle von Laborparametern und der Transplantatfunktion. Bei stabiler Funktion der tranplantierten Organe können die Intervalle der Kontrolluntersuchungen in Absprache mit dem betreuenden Transplantationzentrum verlängert werden.

Über die Klinik

Die Charité zählt zu den drei größten Transplantationszentren Deutschlands. Angeboten wird die Transplantation von Leber, Niere und Pankreas. Leber- und Nierentransplantationen werden auch im Rahmen von Lebendspenden durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Transplantation bei Kindern.

Patienten, bei denen eine Transplantation als eine Möglichkeit zur Behandlung eines Organversagens in Erwägung gezogen wird, können jederzeit bei uns vorgestellt werden. Sie werden entweder an unserer Abteilung abgeklärt oder an die entsprechenden Partner (Leber: Hepatologie, Niere/Pankreas: Nephrologie) weitervermittelt. Im Vordergrund steht hier immer die Nähe zum Patienten, seiner Familie und dem betreuenden, niedergelassenen Hausarzt oder Spezialisten.

Transplantationszentrum

Wenn Sie zu einer Transplantation angemeldet sind oder bereits transplantiert sind, können wir Ihnen sämtliche damit zusammenhängende Operationen anbieten (Leber, Pankreas, Verdauungstrakt, Bauchwand, Nieren, Nebennieren, Schilddrüse; Tumor-OPs). Aufgrund der Expertise und der Erfahrung der behandelnden Ärzte ist es sinnvoll, diese an einem Transplantationszentrum durchzuführen durchführen zu lassen.

 
 

Ihre Ärzte

Bild: Prof. Dr. med. J. Pratschke
Prof. Dr. med. J. Pratschke
Bild: Prof. Dr. med. R. Öllinger
Prof. Dr. med. R. Öllinger
Bild: Prof. Dr. med. Wenzel Schöning
Prof. Dr. med. W. Schöning
Prof. Dr. med.
M. Schmelzle
Bild: PD Dr. G. Lurje
PD Dr. med.
G. Lurje
Bild: PD Dr. med. Nathanael Raschzok
PD Dr. med.
N. Raschzok
Bild: Dr. med. Christian Lojewski
Dr. med.
C. Lojewski
Bild: Brigitta Globke
Dr. med.
B. Globke

Fellows

Bild: Dr. med. Paul Ritschl
Dr. med.
P. Ritschl
Bild: Dr. med. Max Magnus Maurer
Dr. med.
M. M. Maurer

Sprechstunden und Kontakt

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

Die Transplantationsmedizin ist gelebte interdisziplinäre Medizin, so dass jede mit der Transplantation beschäftigte Abteilung Ihre genauen Aufgaben hat.

Die Evaluierungsuntersuchungen, ob eine Transplantation erforderlich ist und ob es eventuelle Kontraindikationen gibt, erfolgen durch die Lebersprechstunde unserer Kollegen der Inneren Medizin (Hepatologie) - Campus Virchow Klinikum (CVK), MIttelallee 11, Erdgeschoss,
Termine: täglich nach telefonischer Vereinbarung: 08:00 - 14:00 Uhr unter Tel.: +49 30 450 553 179 oder auch per E-Mail.

Sind die Untersuchungen abgeschlossen erfolgt eine Vorstellung bei uns in der Transplantationssprechstunde zur Aufklärung über den Eingriff, die Zeit auf der Warteliste und die Zeit nach der Transplantation.

Für einen Termin in der Transplantationssprechstunde wenden Sie sich bitte an die Chirurgische Hochschulambulanz - Campus Virchow Klinikum (CVK), MIttelallee 4, Erdgeschoss,
Termin: Freitag 9:00 - 13:00 Uhr, Anmeldung: Montag bis Donnerstag 08:30 – 15:00 Uhr, Freitag 08:30 – 14:00 Uhr unter Tel.: Tel: +49 30 450 652 013 oder auch per E-Mail.

Ob Patientinnen und Patienten als potentielle Organempfänger*Innen auf die Transplantations-Warteliste kommen, wird endgültig durch die Interdisziplinäre Transplantationskonferenz entschieden, so wie die Bundesärztekammer es in Ihren Richtlinien zur Organtransplantation vorschreibt. Hier sind Internisten und Chirurgen, Narkoseärzte, Intensivmediziner, Radiologen, die Pflege und Vertreter des ärztlichen Direktors beteiligt.

Erfassung der Krankengeschichte und Festlegung der Therapie

Wir würden Sie bitten, Unterlagen und Befunde von ggfs. bereits auswärtig durchgeführten Untersuchungen zu diesem Termin mitzubringen. Insbesondere bei bereits auswärtig erfolgter Röntgen-Diagnostik (CT/MRT) würden wir Sie bitten, uns die Bilder in Form einer CD oder von Ausdrucken kurzeitig zu überlassen, so dass wir diese in unser hauseigenes Röntgen-System einspielen und entsprechend bewerten können.

Neben der Möglichkeit zur ambulanten Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde können Sie sich selbstverständlich auch gerne postalisch oder telefonisch an unser Sekretariat wenden. Eine Zusendung einer CD mit der Röntgen-Bildgebung kann ein unkomplizierter erster Schritt noch vor einer persönlichen Vorstellung in der Spezialsprechstunde sein. Insbesondere bei Patienten aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland kann dies unnötige Reisestrapazen ersparen.
 
Wir werden uns dann umgehend um Ihre Anfrage kümmern und Sie telefonisch über noch ausstehende Untersuchungsbefunde bzw.weiter erforderliche diagnostische oder therapeutische Maßnahmen informieren.

Nach Zusammenstellung aller Befunde bzw. Organisation und Durchführung noch ausstehender Diagnostik erstellen wir dann gemeinsam mit erkrankungsspezifischen Spezialisten aus weiteren Fachdisziplinen unserer Klinik eine für Sie individuelle Behandlungsempfehlung. Gerne beraten wir Sie dabei auch bezüglich der erforderlichen zeitlichen Dringlichkeit der geplanten weiteren Behandlungsmaßnahmen.