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Behandlung

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Wie behandeln wir Erkrankungen des Dickdarms und des Enddarms?

In der Chirurgischen Klinik Campus Charité Mitte / Campus Virchow-Klinikum kommen alle international anerkannten chirurgischen Verfahren auf Basis aktueller Standards und Behandlungsleitlinien zum Einsatz.

Dickdarmkrebs

Je nach Größe des Tumors ist die Entfernung der von Krebs befallenen Teile oder des gesamten Dickdarms erforderlich. Diese Eingriffe führen wir in der Regel in der schonenden minimal-invasiven Operationstechnik mit nur wenigen kleinen Hautschnitten durch. Bei sorgfältiger Beachtung der krebschirurgischen Standards können allein durch die Operation die Hälfte der Patienten mit Darmkrebs geheilt werden. Auch die Entfernung von Krebs-Absiedlungen auf Leber und Lunge in einer zweiten Operation ist möglich. Bei einem Befall des Bauchfells können wir sofort nach der Tumor-Operation eine Chemotherapie direkt im Bauchraum bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius durchführen (HIPEC-Verfahren). Dies führt zu einer effektiven Dezimierung von Resttumorzellen.  Durch die vollständige Entfernung aller Fernabsiedlungen bei Darmkrebs zusammen mit einer medikamentösen Therapie kann bei einem Teil der Patienten eine langfristige Heilung erreicht werden.

Mastdarmkrebs

Der Mastdarm oder Enddarm ist der letzte Teil des Dickdarms. Je nach Größe und Lage eines Mastdarm-Karzinoms ist seine chirurgische Entfernung aus der Darmwand oder die Entfernung des gesamten Enddarms erforderlich. Die Operation wird in den meisten Fällen entweder laparoskopisch durch einen kleinen Bauchdeckenschnitt (laparoskopisch) oder durch den After durchgeführt (transanal). Bei der transanalen Technik, die ganz ohne Hautschnitt auskommt, gehören wir zu den erfahrensten Kliniken in Deutschland. Auch Darmpolypen, gutartige Geschwulste und Tumoren im Frühstadium operieren wir fast nur noch transanal. Bei Operationen im unteren Abschnitt des Mastdarms, nahe am After, können wir den Schließmuskel in vielen Fällen erhalten. Ein künstlicher Darmausgang ist nur vorübergehend erforderlich, bis der operierte Bereich abgeheilt ist. Nach 6 – 8 Wochen wird der Darmausgang in einer zweiten Operation rückverlegt. Ein dauerhafter künstlicher Ausgang ist nur noch erforderlich, wenn der Mastdarm samt Analkanal entfernt und die Beckenbodenmuskulatur verschlossen werden muss. In seltenen Fällen bei Befall des Schließmuskelapparates und des After muss auch dieser Bereich mit entfernt werden. Dann ist dauerhaft ein künstlicher Darmausgang notwendig.

Morbus Crohn

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen arbeiten wir eng mit den Ärztinnen und Ärzten der Klinik für Gastroenterologie zusammen. Chirurgische Verfahren kommen in der Regel erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zum Einsatz, etwa bei Darmdurchbruch oder Darmverschluss, können aber auch bei Fisteln, Blutungen und Abszessen angezeigt sein. Dabei werden die entzündlichen Darmabschnitte sehr sparsam entfernt. Bei relativ kurzen Darmverengungen kann eine operative Erweiterung des verengten Abschnitts (Strikturoplastik) Abhilfe schaffen. Um eine Entfernung ausgedehnter Darmbereiche zu verhindern, kann auch ein vorübergehender künstlicher Darmausgang sinnvoll sein, damit der erkrankte Abschnitt medikamentös behandelt werden und die Entzündung abheilen kann.

Colitis ulcerosa

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen arbeiten wir eng mit den Ärztinnen und Ärzten der Klinik für Gastroenterologie zusammen. Chirurgische Verfahren kommen in der Regel erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zum Einsatz, etwa bei Komplikationen wie anhaltenden Blutungen und Durchfällen oder bei Krebs bzw. Krebsvorstufen (Dysplasie). Meist sind dann die operative Entfernung des Mast- und Dickdarms und die vorübergehende Anlage eines künstlichen Dünndarmausgangs erforderlich. Bei schweren, lebensbedrohlichen Dickdarmentzündungen wird zunächst nur der Dickdarm entfernt und ein vorübergehender Darmausgang angelegt. Nach einigen Wochen wird der restliche Mastdarm entfernt, das Ende des Dünndarms zu einem Pouch (Reservoir) geformt und in den Schließmuskel eingenäht. Zur Abheilung wird ein nochmaliger künstlicher Ausgang gelegt, der nach einiger Zeit rückverlagert werden kann. Die Notwendigkeit einer solchen Operation wird immer im Einzelfall besprochen.

Divertikel-Krankheit

Wenn sich in der Darmwand Ausstülpungen bilden (Divertikulose) und sich entzünden (Divertikulitis), so wird meist mithilfe von Computertomographie zunächst eine Drainage in die betroffene Darmregion gelegt – ein dünner Schlauch durch die Bauchdecke, damit der Eiter abfließen kann. Bei schweren Verläufen mit Darmdurchbruch, Abszessbildung, massiver Blutung oder starker Darmverengung bis hin zum Darmverschluss muss der entzündete Darmabschnitt operativ entfernt werden. Dieser Eingriff kann oft minimal-invasiv mit der schonenden „Schlüsselloch-Technik“ (Laparoskopie) vorgenommen werden. Manchmal ist vorübergehend ein künstlicher Darmausgang erforderlich, bis die Schnittstelle zusammengewachsen und abgeheilt ist. Auch bei einer Divertikulitis, die ohne Operation abheilt, kann überlegt werden, 6 – 8 Wochen nach der Ausheilung die Divertikel operativ zu entfernen, um einer erneuten Entzündung vorzubeugen.