Das Bild zeigt eine Ärztin am Schreibtisch, die einem Patienten ein Röntgenbild erklärt.

Speiseröhre - Therapieverfahren im Detail

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Chirurgie von Magen und Speiseröhre

Therapieverfahren der Speiseröhre im Detail

Minimal-invasive Speiseröhrenentfernung (Abdomino-thorakale Oesophagusresektion)

Beim Speiseröhrenkrebs erfolgt bei der Operation die Entfernung der Speiseröhre inklusive ihrer Lymphknotenstationen. Als Ersatz kann zumeist aus dem Magen ein Schlauch gebildet werden. Die Operationsverfahren bei den bösartigen Neubildungen im Übergangsbereich zwischen Speiseröhre und Magen sind vielgestaltig und hängen von der genauen Lage des Tumors, seiner Größe und Ausdehnung und den anatomischen Gegebenheiten ab. Die Methoden reichen dabei von der Entfernung diese Übergangsbereiches bis hin zur kompletten Entfernung von Speiseröhre und Magen, jeweils inklusive der Lymphknotenstationen. Demzufolge existiert auch eine Vielzahl von Methoden, wie man die Passage der Nahrung wieder herstellt. Seit 2015 werden nahezu alle Operationen in minimal-invasiver "Schlüsselloch" Technik durchgeführt. Hierzu werden Trokare in der Bauchdecke und beim zweiten Teil der Operation im Brustkorb platziert. Während der Operation wird das Operationsgebiet mit einer hochauflösenden Kamera dargestellt. Diese bietet gegenüber der offenen Operation ein deutlich detaillierteres Bild und erlaubt somit ein subtileres Vorgehen.  In ausgewählten Fällen kann es vorteilhaft sein, Teile des Eingriffs mit "Roboter"-Unterstützung (daVinci-Operationssystem) in minimal-invasiver Technik durchzuführen. Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt bei solchen Operationen beträgt 10-14 Tage, wobei die ersten 2-3 Tage nach der Operation zur Überwachung auf der Intensivstation verbracht werden. Der Zeitpunkt und der Ablauf des Kostaufbaus sind rasch (sogenanntes "Fast Track"). Regelhaft können die Patienten ab dem 4 Tag vollständig essen und trinken. Die beste Schmerzkontrolle wird durch einen Schmerzkatheter ("Periduralanalgesie") erreicht, der nach 4-5 Tagen wieder entfernt wird. Ab diesem Zeitpunkt sind die Schmerzen gut durch mittelstarke Schmerzmittel zu kontrollieren. Während des gesamten Krankenhausaufenthaltes werden alle Krebspatienten durch den Sozialdienst, Physiotherapeuten und auf Wunsch von Psychoonkologen mitbetreut.

Refluxerkrankung bei Zwerchfellbruch (chronisches "Sodbrennen")

Die Refluxerkrankung kommt durch einen gestörten Verschlussmechanismus des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen zustande, so dass immer wieder saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückläuft und das Sodbrennen verursacht. Eine Refluxerkrankung kann eine Vielzahl von Ursachen haben – nicht alle sind durch eine Operation heilbar. Am häufigsten haben die Patienten jedoch einen Zwerchfellbruch ("Hiatushernie"). In diesen Fällen kann eine Operation zur dauerhaften Heilung führen. Dabei wird in minimal-invasiver Technik der Zwerchfellbruch verschlossen und zum Schutz eine halbe (mitunter auch eine ganze) Manschette aus den oberen Magenanteilen gebildet, die um die untere Speiseröhre gelegt wird ("Semifundoplicatio" bzw. "Fundoplicatio").  Zur Verstärkung kann in individuellen Fällen ein zusätzliches Netz am Zwerchfell platziert werden. Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt nach einer Operation bei Reflux beträgt 2 Tage. Am Abend nach der OP dürfen klare Flüssigkeiten getrunken werden, ab dem Folgetag dürfen die Patienten wieder normal essen.