Bild: Chirurgische Klinik

Operationstechnik

Sie befinden sich hier:

Referenzzentrum Endokrine Chirurgie

Nebenschilddrüse

Indikation
Ergebnisse
Vorstellung als Patient

Operationstechnik

Bild: Nebenschilddrüse in der Schilddrüse gelegen (intrathyreoidal)

Die chirurgische Therapie des Hyperparathyreoidismus erfordert spezielle Kenntnisse von Anatomie und Beschaffenheit der Nebenschilddrüsen. Sie können beispielsweise atypisch im zervikalen Thymus, im Brustraum (mediastinal), innerhalb der Schilddrüse (intrathyreoidal) oder im Bereich der Halsschlagader (Carotisscheide) gelegen sein.  

Bild: Nebenschilddrüse - kleiner Schnitt

 
Meist können alle Nebenschilddrüsen über einen kleinen Schnitt am Hals erreicht werden, mediastinal (im Brustraum) gelegene Nebenschilddrüsen werden in unserem Zentrum meist durch eine Spiegelung (Thorakoskopie) in Schlüssellochtechnik entfernt.

 
Bei Vorliegen eines solitären Adenoms kann durch die intraoperative PTH-Bestimmung eine Operation in minimal-invasiver Technik mit kleinem Schnitt (etwa 2 cm) ermöglicht und auf eine ausgiebige Untersuchung aller vier Nebenschilddrüsen verzichtet werden.

Bei der Mehrdrüsenerkrankung ist eine beidseitige Exploration mit Teilresektion des Thymus erforderlich. In diesen Fällen sollte auch immer an das Vorliegen eines familiären pHPT oder einer multiplen endokrinen Neoplasie (MEN) Typ I oder II gedacht werden.

Durch die unterschiedliche Pathogenese mit Hyperplasie aller NSD erfordert der sekundäre Hyperparathyreoidismus eine andere Operationstaktik.

In unserem Zentrum wird meistens eine Resektion von 3 3/4 Nebenschilddrüsen durchgeführt. Dabei ist es wichtig, den Rest möglichst klein zu belassen, um ein Rezidiv zu vermeiden.

Bei allen Verfahren ist eine Schockgefrierung (Kryokonservierung) des entnommenen NSD-Gewebes zu empfehlen. Falls nach der Operation zu wenig PTH gebildet wird (Hypoparathyreoidismus), kann eine problemlose Autotransplantation des gefrorenen Nebenschilddrüsengewebes in die Unterarmmuskulatur durchgeführt werden.

Eine gefürchtete Komplikation der Operation ist die Verletzung des Stimmbandnerven (Recurrensparese) mit resultierender Heiserkeit und ggf. Luftnot. Dies kann durch große Erfahrung des Operateurs, den Einsatz der Lupenbrille und des Neuromonitorings, vor allem aber durch eine sorgfältige Präparationstechnik vermieden werden. Die Recurrenspareserate in erfahrenen Zentren sollte unter 1% liegen. Nachblutungen und Wundinfektionen sind extrem selten.