Bild: Chirurgische Klinik

Sarkome

Sarkome sind seltene Tumoren, welche von Bindegewebe und Knochen ausgehen. Sie machen ca. 1% aller Krebserkrankungen aus und können in allen Regionen des Körpers entstehen, wobei die meisten Erkrankungen an Armen und Beinen oder innerhalb des Bauchraums auftreten. Man unterscheidet Sarkome noch einmal nach ihrem genauen Herkunftsgewebe (z.B. Fett, Muskel oder Knochen) und anderen Eigenschaften der Tumorbiologie. Auch die sogenannten gastrointestinalen Stromatumore (GIST) werden den Sarkomen zugeordnet.

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Sarkome

Bei insgesamt circa 100 verschiedenen Arten von Sarkomen, die grundsätzlich an allen Stellen des Körpers auftreten können, ist die fachübergreifende Betreuung der Patienten der Schlüssel zur erfolgreichen Therapie.

In der wöchentlich abgehaltenen Sarkomkonferenz werden pro Jahr insgesamt etwa 500 Fälle besprochen. Die therapeutischen Konzepte aller Patienten mit Sarkomerkrankung werden dabei gemeinsam mit den jeweiligen Spezialisten aus den Abteilungen Viszeralchirurgie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Onkologie, Pathologie, Strahlentherapie und Radiologie festgelegt. Nach Bedarf werden Vertreter aller anderen Fachdisziplinen der Charité hinzugezogen, um die optimale Therapie jedes einzelnen Erkrankungsfalls zu ermöglichen.

In unserer Klinik werden vor allem die Weichteilsarkome des Bauchraums behandelt.
Anders als bei den Karzinomen bilden Sarkome nur sehr selten Absiedlungen in den Lymphknoten des Körpers. Häufig handelt es sich im Bauchraum um Geschwülste erheblicher Größe  - Tumordurchmesser von 20cm und mehr sind keine Seltenheit, bevor es zu ersten Symptomen kommt. Deshalb unterscheidet sich die chirurgische Herangehensweise bei der Tumorresektion zum Teil grundlegend von der Chirurgie bei anderen Erkrankungen.

Das Vorgehen in der Sarkomchirurgie beinhaltet die möglichst weite Tumorresektion einschließlich befallener Nachbarstrukturen. Dies kann die zusätzliche Entfernung von Teilen anderer Organe (z.B. Leber, Niere, Darm, Bauchspeicheldrüse, Magen) bedeuten. Denn nur die radikale operative Entfernung aller Tumormassen bietet die Möglichkeit einer vollständigen Heilung. 

In bestimmten Fällen muss die Behandlung um eine vor und/oder nach der Operation stattfindende Chemotherapie oder Bestrahlung ergänzt werden. Bei Unsicherheiten, ob die Resektionsränder auch im mikroskopischen Bereich tumorfrei sind, kann noch während der Operation eine gezielte Bestrahlung der fraglichen Gewebebezirke verbliebene Tumorzellen zerstören.
Die Behandlung unserer Patienten erfolgt nach den neuesten Erkenntnissen und internationalen Therapiestandards. Auch bei aussichtslosen Fällen, in denen eine vollständige Heilung nicht mehr möglich ist, erarbeiten wir gemeinsam mit spezialisierten Ärzten angrenzender Fachdisziplinien im Rahmen unserer Sarkomkonferenz Therapiekonzepte, um ein Überleben mit angemessener Lebensqualität so lange wie möglich zu gewährleisten.