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Lebendspende-Lebertransplantation

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Lebendspende-Lebertransplantation

Technik
Gesetzliche Grundlagen
Vorstellung als Patient

Bei der Lebendspende-Lebertransplantation wird dem Empfänger ein Leberteil eines gesunden lebenden Spenders verpflanzt. Diese Technik fand Ende der achtziger Jahre Eingang in die klinische Anwendung, weil mit dem zunehmenden Erfolg der Lebertransplantation (erstmalig 1967) und der damit wachsenden Patientenzahl die Wartezeit auf die dringend benötigten Spendeorgane immer länger wurde.

Auf dem Gebiet von Eurotransplant - der für Deutschland, Österreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Ungarn, Kroatien und Slowenien zuständigen Internationalen Stiftung  für die Allokation und Vermittlung von Organtransplantaten -  waren Ende 2004 mehr als 2000 Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation registriert, beinahe zehnmal so viele wie 1991. Die Zahl der pro Jahr durchgeführten Lebertransplantationen hat sich im gleichen Zeitraum hingegen nicht einmal verdoppelt. Diese Knappheit an Spenderorganen führte zu Wartezeiten auf eine Lebertransplantation von mittlerweile mehreren Jahren und somit als unmittelbare Folge davon, dass mehr als ein Viertel der wartenden Patienten die lebensrettende Transplantation nicht mehr erlebt.
Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde Ende der achtziger Jahre die Lebendspende-Lebertransplantation entwickelt. Strong und Mitarbeiter führten dann 1989 die erste erfolgreiche Lebendspende-Lebertransplantation am Menschen durch, einem 17 Monate alten Kind mit Gallengangsatresie, dem ein Leberteil von der Mutter verpflanzt wurde. Von einer Reihe von Arbeitsgruppen weltweit wurde die Technik der Leberlebendspende dann weiterentwickelt. 1993 transplantierten Hashikura und Mitarbeiter den ersten erwachsenen Patienten mit einem linken Leberlappen, im gleichen Jahr wurde von Yamaoka erstmalig einem neun Jahre alten Kind ein rechter Leberlappen transplantiert und Lo und Kollegen berichteten 1996 schließlich über die erste Operation dieser Art bei einem erwachsenen Empfänger. Mittlerweile ist die Lebendspende-Lebertransplantation ein weltweit anerkanntes Operationsverfahren und wurde insgesamt mehrere tausend Male durchgeführt.

Die Leberlebendspende hat im Vergleich zur Verpflanzung von Organen hirntoter Spender einige Vor-, aber auch einige Nachteile. Der größte Nachteil ist die Spenderoperation selbst, in der ein an und für sich gesunder Mensch eine Operation mit einem zwar kalkulierbaren, aber dennoch vorhandenen Risiko auf sich nimmt. Außerdem wird gegenüber der Leichenlebertransplantation, bei der in aller Regel ein ganzes Organ verpflanzt wird, bei der Lebendspende nur ein Organteil transplantiert, was ein kleineres Lebervolumen und eine diffizilere Technik bei der Einnaht der kleineren Gefäße bedeutet.

Als Vorteil der Lebendspende ist die schnelle Verfügbarkeit des Transplantates zum Zeitpunkt der medizinischen Indikationsstellung zu erwähnen sowie die Möglichkeit einer optimalen Planung und Vorbereitung des operativen Eingriffes. Die Qualität des transplantierten Gewebes und der allgemeine Gesundheitszustand des Spenders können vor der Operation umfassend in aller Ruhe untersucht werden. Die Schädigung des Gewebes durch eine bei Leichenorganen durch den Transport bedingte längere Ischämiezeit - die Zeit zwischen Entnahme und Wiedereinpflanzung, in der das Organ nicht mit Sauerstoff versorgt ist - wird minimiert. Eine sogenannte initiale Nichtfunktion, ein "Nichtanspringen" der Transplantatfunktion nach der Verpflanzung, ist nach einer Lebendspende daher die absolute Ausnahme.

Ein direkter Vergleich zwischen den Ergebnissen beider Verfahren ist aufgrund der unterschiedlichen Patientengruppen und verschiedenen, bei der Lebendspende mitunter erweiterten Indikationsstellungen schwierig. Unter technischen Gesichtspunkten zeichnet sich jedoch zur Zeit keine Überlegenheit des einen gegenüber dem anderen Verfahren ab.

Am Ende steht, unter der gegebenen Knappheit an Spendeorganen, der Beitrag der Lebendspende zur Transplantation eines Todkranken um den Preis der Operation eines Gesunden.

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