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Gesetzliche Grundlagen - Lebendspende-Lebertransplantation

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Transplantation

Lebendspende-Lebertransplantation

Gesetzliche Grundlagen

Wer kommt - aus gesetzlicher Sicht - als Lebendspender in Frage ?

In Deutschland ist die Organentnahme bei lebenden Organspendern im Paragrafen 8 des Transplantationsgesetzes vom 5. November 1997 geregelt. Er enthält die gesetzlichen Bestimmungen über die Zulässigkeit der Organentnahme, die im folgenden zusammengefasst dargestellt werden.

Die Entnahme von Organen einer lebenden Person ist nur dann zulässig, wenn

1. der Spender

  • a) volljährig und einwilligungsfähig ist,
  • b) nach ausführlicher Aufklärung in die Entnahme eingewilligt hat,
  • c) nach ärztlicher Beurteilung als Spender geeignet ist und voraussichtlich nicht über das Operationsrisiko hinaus gefährdet oder über die unmittelbaren Folgen der Entnahme hinaus gesundheitlich schwer beeinträchtigt wird,

2. die Übertragung des Organs auf den vorgesehenen Empfänger nach ärztlicher Beurteilung geeignet ist, das Leben dieses Empfängers zu erhalten oder bei ihm eine schwerwiegende Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Beschwerden zu

3. ein geeignetes Organ eines toten Organspenders zum Zeitpunkt der Lebendspende nicht zur Verfügung steht und

4. der Eingriff von einem Arzt vorgenommen wird.

Die Entnahme von Organen, die sich nicht wieder bilden können, ist darüber hinaus nur zulässig zum Zwecke der Übertragung auf Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, Lebenspartner, Verlobte oder andere Personen, die dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahe stehen.

Der Organspender ist über die Art des Eingriffes, den Umfang und mögliche, auch mittelbare Folgen und Spätfolgen der beabsichtigten Organentnahme für seine Gesundheit sowie über die zu erwartende Erfolgsaussicht der Organübertragung durch einen Arzt aufzuklären. Die Aufklärung hat in Anwesenheit eines weiteren, vom Transplantationsteam unabhängigen Arztes zu erfolgen. Der Inhalt der Aufklärung und die Einwilligungserklärung des Organspenders sind in einer Niederschrift aufzuzeichnen, die von den aufklärenden Personen, dem weiteren Arzt und dem Spender zu unterschreiben ist. Die Einwilligung kann schriftlich oder mündlich widerrufen werden.

Schließlich darf die Organentnahme beim Lebenden erst durchgeführt werden, nachdem sich der Organspender und der Organempfänger zur Teilnahme an einer ärztlich empfohlenen Nachbetreuung bereit erklärt haben. Weitere Voraussetzung ist, dass die nach Landesrecht zuständige Kommission gutachterlich dazu Stellung genommen hat, ob begründete tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Einwilligung in die Organspende nicht freiwillig erfolgt oder das Organ Gegenstand verbotenen Handeltreibens ist. Der Kommission muss ein Arzt, der weder an der Entnahme noch an der Übertragung von Organen beteiligt ist, eine Person mit der Befähigung zum Richteramt und eine in psychologischen Fragen erfahrene Person angehören.

(zum genauen Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen siehe "Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen (Transplantationsgesetz – TPG)" vom 5. November 1997 (BGBl. I S. 2631), geändert durch Artikel 3 § 7 des Gesetzes vom 16. Februar 2001 (BGBI. I S. 266) und Artikel 23 des Gesetzes vom 23. Oktober 2001 (BGBI. I S. 2702))